Auto-Salon Genf 2009
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Was wäre Genf ohne Sterne? Nein, nicht die scharfen Models, eher die Sterne von Mercedes-Benz? Na ja, die auch, aber wie wärs mit einer Fünf-Sterne-Wertung für
echte Neuheiten?
***** Mercedes E-Klasse Coupé – die Stuttgarter ersetzen den erfolgreichen CLK einfach durch einen Wagen, der eine Nummer größer ist. Nicht dumm, so konkurriert das E-Klasse Coupé nicht mit dem BMW 3er Coupé, schöpft mehr Kaufkraft ab und lässt nach unten noch Raum für neue Varianten auf C-Klasse-Basis.
***** BMW 5er GT – noch als Studie einer teureren und größeren 5er-Schrägheck-Limo, aber schon im November im Verkauf als 4- oder 5-Sitzer. Der Richtige für Leute, denen ein 7er zu protzig und zu groß und ein X5/X6 zu martialisch daherkommen, die aber eben doch höchsten Reise- und dank der erhöhten Sitzposition auch hohen Einstiegs-Komfort wünschen. Ein BMW für die finanzstarken Best-Ager über 50, denen Komfort vor Fahrdynamik geht. BMW will 50 Prozent Eroberungs-Rate von anderen Marken erreichen, mutig!
**** Audi TT RS – wer hat sich eigentlich einen TT mit 340 PS im Konzern gewünscht, Porsche-Chef Wiedeking bestimmt nicht; und Aufsichtsrats-Boss Ferdinand Piech hat’s nicht verhindert, weil er weiß: Konkurrenz belebt das Geschäft. Sportliche Audi-Fans gieren schon nach der allradgetriebenen Kanonenkugel, mit der man Porsche Boxster jagen kann. Schade für Audi, dass der Fünfzylinder-Reihenmotor eine nahezu komplette Neukonstruktion ist, das schmälert den Gewinn und treibt die Garantie-Kosten nach oben.
*** Audi A4 Allroad quattro – gute Idee, die A6 Allroad Erfolgs-Story eine Klasse darunter zu wiederholen, nur nicht besonders innovativ. Eine verbrauchsoptimierte Version des A4 wäre sicherlich für viele Kunden in diesem Segment wichtiger.
***** Audi A5 Cabrio – Klasse, Gratulation zur Entscheidung, beim Stoffverdeck zu bleiben, egal was BMW, Lexus und Infiniti da so treiben. Tolles Package mit großem Kofferraum und das schönste Design der Klasse, leider gibt es nicht mehr als fünf Sterne.
*** VW Polo – keine Überraschung, kein Schnickschnack. Der neue Polo wirkt so trocken und sachlich wie sein großer Bruder, der Golf 6 (genannt fünfeinhalb). Vielleicht macht die Krise nun aus etlichen Golf-Interessenten zukünftige Polo-Käufer. Solche Kunden-Strömungen können VW-Chef Martin Winterkorn nicht gefallen, aber wer den Markt nur durch die rosa Brille (Pink) betrachtet, der macht auch mal einen Fehler. Trotzdem: der beste Polo aller Zeiten.
Hier die weiteren Messe-Trends:
Der Genfer Auto-Salon ist ein zuverlässiges Branchen-Barometer. In diesem Jahr zeigt sich die Stimmung bei fast allen Herstellern auf Grund der wirtschaftlichen Situation stark getrübt. Immer mehr Marken zeigen oder planen daher Modelle, die die Umwelt und das Budget der Nutzer entlasten: Elektro-Autos, Hybrid-Konzepte und Motoren-Downsizing werden präsentiert oder sind zum Teil schon im Angebot. Kleinere Autos wecken in Genf großes Interesse und ernten Beifall. VW Polo, Fiat 500 Cabrio, Nissan Cube und Chevrolet Spark sind überzeugende Beispiele. Weitere Trendsetter: der Honda Insight als erstes Hybrid-Angebot unter 20.000 Euro und der Opel Ampera als E-Mobil, das mit einem Benzinmotor als Range-Extender (Reichweiten-Verlängerer) schon 2011 in Serie gehen könnte, wenn es Opel dann noch gibt.
Trends im Einzelnen:
• Trend bei vielen Herstellern: Konzepte und Modelle zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes.
• Hybrid-Studien sind bei immer mehr Herstellern zu sehen, allerdings sind viele auch noch Jahre von einer Serienreife entfernt.
• Trend zum Motoren-„Downsizing“: kleine Turbomotoren für günstigen Verbrauch bei gleichbleibender bzw. höherer Leistung.
• Neue Modelle bei Kleinwagen und bei kompakten SUV (z. B. Skoda Yeti) – ebenso neue MPV-Varianten mit auffällig emotionalem Design (z. B. Kia Soul).
• Immer mehr Modelle mit Start-Stopp-Systemen werden vorgestellt oder angekündigt.




