Furioser Saisonstart in der Formel 1
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Das war der furioseste Formel-1-Saisonstart seit vielen Jahren. Dass die beiden Brawn-Mercedes einen Doppelsieg in Melbourne hinlegen könnten, war nach ihrer Dominanz bei den Tests und im offiziellen Training fast keine Sensation mehr. Wie es dazu kam, allerdings schon. Dass Barrichello nach Startcrash und Irrfahrt durchs gesamte Feld bis auf Rang zwei vorgespült wurde, belegt zwar die Überlegenheit der Brawn, wäre aber so nicht passiert wenn … Ja, wenn nicht die weichen Reifen beim führenden Button und dem an zweiter Stelle fightenden Vettel so stark nachgelassen hätten, dass Kubica – auf den härteren Reifen – eine echte Chance auf den Sieg witterte. Selbst Leader Button war nämlich unter diesen Umständen für Kubica noch greifbar. Insofern hatte er es verständlicherweise eilig, an Vettel vorbeizukommen. Beider Träume waren schnell zu Ende, als Vettel dem Polen in die Breitseite rodelte. Da erst war der Weg zum Brawn-Erfolg und gar zum Doppelsieg frei. Aber was wird aus den Bedenken der Konkurrenz gegen die Aerodynamik der Brawn-Wunderwerke? Beteiligte sprechen schon jetzt von „Interpretationsfähigkeit“ des technischen Regelwerks. Das heißt dreierlei – und alles ist desaströs für die öffentliche Wirkung des Formel-1-Sports: 1. Das Ergebnis von Melbourne schwebt bis zum 14. (!!!) April – also bis nach dem nächsten Rennen. 2. Wenn die Gerichtsbarkeit den umstrittenen Diffusor verdammt, gibt es voraussichtlich Sieger, die nicht auf dem Treppchen standen – das mag verstehen, wer will. 3. Oder sie entscheidet in die entgegengesetzte Richtung, dann fährt ein Team mit einer Technik vorneweg, die das Reglement so nicht gewollt hat – dann stehen die Regelmacher blöd da und die, die das Reglement nicht so gebogen haben. Oder sollte man sagen „gebeugt“?


