Duplizität der Ereignisse: Chefs von GM und Deutscher Bahn gehen
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Was den Zeitpunkt des endgültigen „Aus“ betrifft, ähneln sich die Geschicke wie die von eineiigen Zwillingen. Am 30. März war Schluss für beide. Rick Wagoner räumte seinen Chefsessel bei GM in Detroit, Hartmut Mehdorn nahm in Berlin seinen Hut. Zwei Spitzenmanager im Abseits. Beide gescheitert, abserviert. Doch damit hat es sich schon mit den Gemeinsamkeiten. Der Amerikaner aus dem Autobusiness hat den von ihm gesteuerten Karren nicht annähernd aus dem Schlamassel herausfahren können. Vielmehr hat er ihn noch tiefer hineinmanövriert und am Abgrund abgestellt. Ganz anders Mehdorn: Absurder Weise am Tage seines Rücktritts weist er eine Bilanz aus, die der Bundesbahn kaum jemand zugetraut hätte – der Gewinn fürs abgelaufene Jahr stieg auf 2,5 Milliarden Euro. Und das in dieser Zeit! Was also hat Mehdorn so falsch gemacht wie Wagoner, fragt man sich. Hat er, wie der Autoboss, auf die falschen Modelle gebaut, seinen „Beratern“ zu viel Freiraum gelassen, die Chancen und Risiken des Geschäfts verkehrt bewertet? Nichts von dem – lässt man die „Bespitzelungs-Affäre“ einmal außer Betracht. Er war nur einfach er selbst – Ziel orientiert, wenig kompromissbereit, polterig, hemdsärmelig und bärbeissig im Auftritt – und so gesehen einfach ein unseliger Kommunikator. Und was das betrifft, entweder schlecht beraten oder beratungsresistent. Das kann in dieser Zeit der medialen Allgegenwart und Transparenz auf Dauer nicht gut gehen. In seinem Fall hat man es seit langer Zeit kommen sehen. Aber der zähe Mehdorn hat lange durchgehalten.
Gruß Elke


