Renault überrascht mit einer ungewöhnlichen Vertriebsversion
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Patrick Pélata, Vizepräsident von Renault, ist ein Mann der offenen Worte. Ja, es sei richtig, dass die Marke noch im vorigen Jahr plante, mit Hilfe des Schwesterunternehmens Nissan in den Vereinigten Staaten zu starten. Aber die Finanzkrise habe die Absichten zerstreut, als „zu unsicher“ umschreibt der smarte Manager den Abbruch eines Unterfangens, das wohl in einem ähnlich katastrophalen Misserfolg geendet hätte wie einst die in einem Auto namens Arna gipfelnde Kooperation zwischen Alfa Romeo und Nissan.
Renault sei auf anderen Märkten stark, zum Beispiel in Indien, da sei man sehr gut unterwegs und könne daher verschmerzen, dass die Dinge in China weniger gut als bei anderen Marken laufen. Und im Iran. Wie bitte? „Mais qui, Iran“, sagt Monsieur Pélata. Da würden zurzeit jedes Jahr insgesamt 1,5 Millionen Automobile gekauft. Renault hat dort ein Werk und verkauft an die Söhne und Töchter der islamischen Republik 700.000 Fahrzeuge innerhalb von zwölf Monaten. Mit erheblichem Potenzial für mehr. Denn, so Pélata, die Zeichen stünden auf Umschwung und die in diesem Jahr anstehenden Wahlen würden vermutlich eine neue Welle der vor beinahe 20 Jahren eingefrorenen Reformpolitik auslösen. Das riecht eher nach Geheimdienstinformationen denn nach konventioneller Marktbeobachtung.
Dann könnte der Iran schnell zu einem der wichtigeren Auto-Märkte werden, das Land hat Öl-Ressourcen, die dann frei von Handelsbeschränkungen im Rahmen der Ächtung durch die internationale Staatengemeinschaft auf den Markt verkauft werden könnten.
Ob dort dann die zukunftsorientierte Automobiltechnik Fuß fassen wird, die Renault in diesem Jahr auf der IAA in Frankfurt präsentieren wird, ist freilich eine Frage der Geduld. Bis unter der grünen Farbe des Islam Fahrzeuge mit grüner Umwelttechnik im Antriebsstrang unterwegs sein werden, dürfte einige Jahre mehr dauern.
Immerhin zeigt sich Renault hierfür gerüstet. Auf der Autoschau im Spätsommer wollen die Franzosen drei elektrisch betriebene Autos präsentieren. Und ein Wechselsystem für die Batterie, mit dem der Akku an Servicestationen in kaum längerer Zeit ausgetauscht werden kann, als es dauert, einen Tank zu füllen. Werden es die Kunden goutieren? Die Wege Allahs sind unergründlich.


