„Schulterschluss“ BMW/Daimler: Indiskretion schadet einer guten Idee
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Ob wahr ist, was da über eine engere Zusammenarbeit zwischen BMW und Daimler durch die Automobil-Fachmedien geht, mag mal dahinstehen. Vieles spricht ja dafür, und vieles davon, z. B. die Zusammenarbeit bei Hybridtechnik und Einkauf, ist schon längst Realität oder wird schon offiziell bestätigt. „auto, motor und sport online“ zitiert am Wochenende aus einem „internen Daimler-Betriebsratsschreiben“, entsprechende Kooperationsverträge seien ausgehandelt. Dass das Papier da in Einzelheiten gehen soll, macht den Aspekt nicht neuer. Denn dort Synergien zu schaffen, wo Markenidentitäten nicht gefährdet sind – davon haben beide Seiten schon lange ganz offen gesprochen. So sensationell sind die Enthüllungen nun also wirklich nicht. Was soll also die ganze Aufregung.
Interessanter ist vielmehr die Frage, wie der vermeintliche „Schulterschluss“ (der Online-Pressedienst Auto-Reporter.de) in die Medien geraten konnte. Ob es intern veröffentlicht ist oder nicht, weiß man nicht. Wie es „ams“ zugespielt worden ist, wurde auch nicht bekannt. Oder war es Fahrlässigkeit? Wenn nicht, was wollten diejenigen, die da Verrat übten? In aller Regel sind das Leute, die glauben, auf diese Weise – je nachdem, was ihre Intention ist – eine derartige Strategie fördern oder zum Scheitern bringen zu können. Der Sache dient diese bewusste oder ungewollte Indiskretion sicher nicht. Und es wäre wieder mal ein klassischer Fall, in dem eine saubere Kommunikationsstrategie unterlaufen und zunichte gemacht und damit das ganze Unterfangen gefährdet würde. Das kann eine Unternehmung in der Automobilwirtschaft in diesen Tagen nun wirklich am wenigsten gebrauchen.


