Krise, Krise: Konzern-Umbauten und enorme Marktveränderungen
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Toyota, der weltgrößte Autohersteller, rutscht mit Vollgas in die roten Zahlen, so wie viele andere Autokonzerne auch. Der Verlust im letzten Geschäftsjahr, das im März endete, beläuft sich auf rund 3,28 Milliarden Euro. Für das neue Jahr befürchtet Toyota einen noch größeren Ruck ins Minus, wie die Branchenzeitung „Automobilwoche“ berichtet.
Was ist los? Düstere Prognosen verkaufen sich überall gut; falls es dann doch besser laufen sollte, freuen sich die Aktionäre. Aber auch Selbstbewusstsein wird zur Methode: Daimler-Chef Dieter Zetsche und VW-Boss Martin Winterkorn erklären unisono, aus der Krise würden ihre Konzerne stärker hervorgehen als je zuvor, mal abwarten. Währenddessen geht Fiat-Chef Marchionne einkaufen ohne Geld. Auf dem Speiseplan stehen Chrysler, Opel und vielleicht auch Saab. Die schwedischen Manager haben ihre kleine Manufaktur selbst auf die Shopping-List des Italo-Kanadiers gesetzt. Die Branche ist im Aufruhr. Und währenddessen lässt Ferdinand Piëch einen „integrierten Automobilkonzern“ entstehen. Die Eigenständigkeit der Marken einschließlich Porsche soll bestehen bleiben. Wie geht das? Schon heute ist ein Porsche Cayenne nicht fahrfähig, wenn man alle Teile, die er mit VW Touareg und Audi Q7 gemein hat, wegnimmt. Ein Saab fällt sogar auseinander ohne Opel-Teile. Und jetzt werden noch Gerüchte geschürt, Opel wolle zur Rettung des Werkes Eisenach den Namen Wartburg wiederbeleben. Wie, womit und warum?
Wenn, wie Sergio Marchionne prognostiziert, nach der Branchen-Konsolidierung nur sechs bis sieben Auto-Riesen übrigbleiben, dann wird sich auch das Angebot der Autos selbst erheblich verändern. Wie viele gesunde Marken bleiben bestehen? Wie viele individuelle Marken-Identitäten wird der Auto-Fan und Kunde noch erleben können? Analysten prophezeien als Antwort auf den Kostendruck die Möglichkeit gemeinsamer Plattformen und Motoren bei Mercedes und BMW in den unteren Segmenten. Bereits heute unterscheiden sich Haptik und Fahrerlebnis in diversen VW, Audi, Škoda und Seat Modellen nur marginal. Es könnte geschehen, dass die zukünftige Autowelt durch das scharfe Wirtschaftsklima deutlich ärmer wird. Unterschiede in den Bedienoberflächen der Entertainment- und Navi-Programme werden dann womöglich mehr Marken-Charakter ausmachen als die Technik unterm Blech.


