Seat Exeo: Altauto-Verwertung oder einfach clever kombiniert?
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Der Seat Exeo und seine Kombi-Version Exeo ST basieren technisch und in weiten Teilen auch optisch auf dem alten Audi A4/A4 Avant. So wird ausgereifte Technik unter neuem Namen zu Kampfpreisen in den Markt gebracht. Die Einstiegsversion des Viertürers mit 102 PS gibt es ab 21.990 Euro, sie ist bereits seit Ende April im Handel. Der Kombi Avant, äh ST, kostet mit 102 PS ab 23.290 Euro und startet voraussichtlich im September.
Der Exeo muss für Seat Volumenzuwachs bringen, schließlich hat er keinen direkten Vorgänger bei der spanischen Marke. Andererseits verkörpert ein an Front und Heck frisch geschminkter A4 nicht gerade das Seat Motto „auto emoción“. Dass sich die Marke mit der Positionierung des Exeo nicht leichttut, beweist auch die Tatsache, dass in der Kommunikation der gute „prognostizierte Restwert“ des ST betont wird, auch hier nix von Emotion. Zudem kündigt Seat für den Exeo ST vier neue Business-Pakete an, die eigens für gewerbliche Kunden, also für den Einsatz als Firmen- oder Flotten-Fahrzeug, entwickelt wurden.
Seat rechnet für den Kombi mit einem Verkaufsanteil von 70 Prozent, schließlich war auch bei Audi der alte Avant ein Renner, ganz besonders im Firmenwagen-Bereich. Gut möglich, dass der Exeo eine etwas andere Form von Downsizing begründet: als Angebot für Fuhrparks, die keinen teuren neuen Audi A4 Avant bezahlen wollen und so bei Seat preisgünstig den Vorgänger ordern. Wenn Unternehmen heute im zweistelligen Prozent-Bereich sparen können, dann muss der Wagen eben auch nicht mehr der Beste im Segment sein. Und das ist der Exeo auch nicht, zumindest kommt man zu diesem Schluss, wenn man die Test-Ergebnisse der Fachzeitschriften studiert. So hat der viertürige Exeo bei „Auto Bild“ (Ausgabe 18/2009) in einem Vergleichstest mit den drei Konzern-Brüdern Audi A4 (neu), Škoda Superb und VW Passat nur den unrühmlichen vierten Platz erreicht.
Im Fazit schreiben die Autotester: „Trauriger Einstand, vier von fünf Wertungs-Kapiteln verliert der alte A4, pardon, der neue Spanier.“ Der Autor des Tests, Diether Rodatz, nimmt auch bei seinem persönlichen Fazit kein Blatt vor den Mund: „Eigentlich jammerschade. Da stellt sich der Jüngste vor seine drei Vettern und sieht, finde ich, nicht nur am langweiligsten, sondern unterm Strich auch alt aus.“ Mit solchen Kritiken werden es Exeo und Exeo ST doch nicht ganz so leicht im Markt haben, wie ihre attraktiven Preise erwarten lassen. Man darf schon jetzt auf die Fahrberichte der Fachmedien mit dem Kombi gespannt sein. Seat lädt die Motorjournalisten Anfang Juni nach Madrid zur Presse-Präsentation ein.





