Toyota RAV4: kompaktes SUV, jetzt in schicker Schale
1. Juli 2010 – 09:37 | Kein Kommentar

Toyota hat den RAV4 dezent überarbeitet. Weiterhin gibt es das kompakte SUV wahlweise mit Front- und Allradantrieb ab 23.800 Euro. 
Früher wurden japanische Automobile als Kopien bereits bestehender Modelle noch mit Mitleid belächelt. Mit dem RAV4 …

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Puzzler in der Edel-Schmiede

Geschrieben von Michael Kirchberger am 3. Juni 2009 – 16:03
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Mit dem GranTurismo S Automatik zeigt Maserati, wie Variationen den Erfolg sichern. Die automatische Schaltbox kommt von ZF.

Kleine Schritte bringen manchen weiter als hastiges Eilen. Maserati hat sich längst für den ersten Weg entschieden und legt in schöner Regelmäßigkeit und mit mächtigen Paukenschlägen fein nuancierte Modellversionen der beiden Baureihen vor. Höchst erfolgreich. Im vergangenen Jahr hat die Sportwagenfabrik im italienischen Modena so viel Autos wie nie zuvor verkauft.

Maserati GranTurismo S Automatic: Sein Design überstrahlt sogar die edle Technik

Maserati GranTurismo S Automatik: Sein Design überstrahlt sogar die edle Technik.

Rund 8650 Fahrzeuge mit dem Dreizack am Kühlergrill (der auf die ursprüngliche Heimat der Marke hinweist und dem Neptunbrunnen im wenige Kilometer östlich gelegenen Bologna nachempfunden ist) rollten aus dem kleinen Werk in Modena auf die Straßen. Dort bauen etwa 300 Werker mit großer Ruhe die Fahrzeuge zusammen, alle Komponenten kommen von Zulieferern, die Karosserie von Pininfarina in Turin, die Motoren aus der Nachbarschaft von Ferrari. Dabei ist die Modellpalette mehr als überschaubar. Es gibt zwei Baureihen, den Quattroporte in drei und den GranTourismo in bislang zwei verschiedenen Varianten. Jüngster Streich der schlauen Italiener: der GT S Automatik, der dafür sorgen soll, dass in Zeiten des knappen Geldes der Absatz nicht allzu kräftig absackt.
Der Neuheitenwert der Karosserie hält sich in engen Grenzen. Leichtmetallräder im 20-Zoll-Format und die vor den hinteren Radhäusern sich verdickenden Türschweller sind die äußerlichen Merkmale des Selbstschalter-Modells. Paul Fickers, Chefingenieur der Sportwagen-Marke in Modena, verspricht aber ein deutlich sanfteres Fahrgefühl als mit dem bisherigen S-Solitär. „Der GranTurismo S ist der reine Sportwagen mit einer sehr ausgeprägten Agilität und rennsporttauglichen Handling-Eigenschaften. Der GT S Automatik ist dagegen der Cruiser, der Gleiter, der mehr Komfort bietet, weniger verbraucht und dennoch souveräne Fahrleistungen hat.“ Und lässt unerwähnt, dass der Automatik-Maserati S 121.450 Euro kostet, das sind rund 6000 Euro weniger als sein sportlicherer Kollege.
Die Leistung des 4,7-Liter-V8 – er gibt sich erst nach dem Öffnen der Haube mit seinen blaulackierten Zylinderköpfen zu erkennen – liegt bei 323 kW (440 PS). Sein Drehmoment gipfelt in einer Höhe von 490 Newtonmeter bei 4750 Umdrehungen in der Minute, das treibt den rund 1900 Kilogramm schweren Zweitürer in fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. 295 km/h Höchstgeschwindigkeit sind möglich. „Die erreicht der GT S Automatik in der fünften der sechs Übersetzungsstufen“, sagt Fickers. Die sechste Stufe ist betont „lang“ ausgelegt, daraus resultiert der günstigere Verbrauch und die geringere Abgasemission, verglichen mit dem herkömmlichen GranTourismo S. Der allerdings auch kein wirklich handgeschalteter Sportwagen ist, sondern mit der automatisierten, sequenziell arbeitenden Getriebevariante Cambio Corsa ausgestattet wird. Er verbraucht 16,4 Liter Superbenzin für 100 Kilometer Fahrstrecke und emittiert 385 g/km an CO2. Die Automatik des neuen GT mindert den kühnen Durst auf immer noch 15,2 Liter, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 354 g/km.

Ein weiterer konstruktiver Unterschied trennt die beiden Schwestermodelle. Das Volumen der Automatik erfordert den Einbau direkt hinter dem Motor, also im mächtigen Getriebetunnel zwischen Fahrer- und Beifahrersitz. Die Cambio-Corsa-Version ist in der Transaxle-Konzeption ausgeführt, das heißt, das Getriebe bekommt seinen Platz direkt vor dem Differenzial an der Hinterachse. Dennoch kann der Automatik-S-Maserati mit einer ausgewogenen Gewichtsverteilung gefallen. 49 Prozent seiner Pfunde lasten auf der Vorderachse, 51 Prozent auf dem Heck. Zum Vergleich: Der GranTourismo S hat ein Gewichtsverhältnis von 47 zu 53 Prozent. Beiden Versionen ist der einzigartige V8-Klang gemeinsam, zumindest wenn der Motor mehr als 3000/min dreht. Darunter gibt sich die Automatik-Variante etwas zahmer, dann nimmt das Abgas einen längeren und somit schallgedämpfteren Weg als beim sportiven Kollegen. Doch nicht allein die eigenen Modelle sollten gut für beachtlichen Erfolg des Werkes in Modena stehen können. Auf den beiden Produktionslinien des überschaubaren Fertigungskomplexes taucht zwischen all den GranTurismos und Quattroportes plötzlich einer der erlesenen 8C Spider von Alfa Romeo auf.

Quer ist nicht schwer: Alfa 8C Competizione, ebenfalls made by Maserati in Modena

Quer ist nicht schwer: Alfa 8C Competizione, ebenfalls made by Maserati in Modena

Oh ja, heißt es auf Nachfrage, der wird hier im Auftrag der Fiat-Tochtergesellschaft gebaut. Was wohl nur die Minderheit der auf 500 Köpfe begrenzten Kundschaft weiß. Aber wissen sollte, denn die Adresse in der Viale Ciro Menotti 322 in 41100 Modena, Italia, gehört mit Sicherheit zu den zurzeit exklusivsten Marken des Sportwagenmarktes.
Präsentiert hat Maserati den GranTourismo S Automatik übrigens auf dem Anwesen des am 6. September 2007 an Nierenversagen verstorbenen Super-Tenors Luciano Pavarotti. Neben einem Aufzug, von dem sich das Schwergewicht in den ersten und zweiten Stock des in beeindruckender Geschmacklosigkeit sanierten bäuerlichen Landgutes hieven ließ, fällt die umwerfende Sammlung von Nippes und Kitsch in den großzügigen Räumen auf. Geschärft wird das Profil des Verblichenen allein durch drei Dinge: sein mit der Leibesfülle konkurrierendes und siegreich bleibendes Stimmvolumen und seine automobilen Vorlieben – Pavarotti fuhr einen Maserati Quattroporte.

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