Volvo und Vattenfall entwickeln Plug-in-Diesel-Hybrid: Serienstart ist 2012
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Testphase beginnt im Sommer 2009 – mit Lithium-Ionen-Batterie rund 50 Kilometer rein elektrisch fahren. „Darf ich mal an ihre Steckdose?“
Die Braut wird immer schöner. Volvo, die zum Verkauf stehende Ford-Tochter, setzt jetzt verstärkt auf Umwelt-Technik und in Kooperation mit dem schwedischen Energiekonzern Vattenvall auf Plug-in-Hybridantrieb. Gemeinsam versprechen Volvo und Vattenfall für das Jahr 2012 einen Diesel-Hybrid, dessen Batterie für mehr ausreicht als nur ein paar elektrisch gefahrene Kilometer. Die Lösung heißt Plug-in-Hybrid, eine Mischung aus Verbrennungs- und Elektromotor. Weil die Lithium-Ionen-Akkus deutlich größer dimensioniert sind und der Elektromotor mehr Kraft hat, soll er den Wagen laut Volvo über viele Kilometer alleine antreiben können. Erst wenn die Akkus nach etwa 50 Kilometern zur Neige gehen, springt der Diesel an. Mit der Plug-in-Technik lädt man dann die Akkus daheim an der Steckdose oder in der Stadt an einer Stromtankstelle.

Idee von Volvo und Vattenvall: Der Plug-in-Diesel-Hybrid zapft Strom aus dem Haushaltsnetz – gut für den Umsatz der Energieversorger.
Das dauert ohne Schnellladestation rund fünf Stunden, macht einen zwar unabhängiger von fossilen Treibstoffen, doch gleichzeitig wird man regelmäßiger Kunde beim Stromkonzern. Doch Strom ist nach der Berechnung der Vattenvall-Manager nur ein Drittel so teuer wie Sprit. Obwohl das Auto wegen der Batterien deutlich mehr kosten soll als ein herkömmlicher Diesel, fährt man laut Volvo und Vattenfall am Ende billiger. Das Laufgeräusch des Selbstzünders hört man bei einem elektrischen Aktionsradius von etwa 50 Kilometern dann nur noch selten. „Denn die allermeisten Fahrten sind ohnehin nur Kurzstrecken“, ist sich ein Volvo-Manager sicher. Schon in diesem Sommer sollen die ersten Testwagen auf die Straße kommen.
unAUTOdox: Bezahlbare und umweltfreundliche Technik ist immer zu begrüßen. Doch wem nützt die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen – sprich: von den Erdöl exportierenden Ländern –, wenn sie zu einer neuen Abhängigkeit von den großen Energiekonzernen führt. Längst haben diese Konzerne die Attraktivität des Plug-in- oder Elektroautos erkannt, so entwickelt zum Beispiel EWE, der Energieversorger aus Oldenburg, ein Elektroauto zusammen mit Karmann. Wer Energie produziert, wird uns Verbraucher jedoch niemals zum sparsamen Umgang damit aufrufen. Die meisten Politiker übrigens auch nicht, denn die sitzen oft in den Aufsichtsräten der Stromerzeuger.

Prototyp einer Stromtankstelle für öffentlichen Parkraum: Hoffentlich schneidet keiner das Ladekabel durch.
Zudem ist der Anteil des aus erneuerbaren Energien gewonnenen Stroms immer noch gering. Da stehen wir vor der Frage: CO2-Klima-Katastrophe, Anstieg des Meeresspiegels und Duisburg wird eine Stadt mit Seehafen oder hinterlassen wir unseren Kindern mit Atommüll vollgepumpte – vermeintlich sichere – Endlager? Als Antwort sind echtes Energiesparen und der Ausbau der erneuerbaren Energien gefragt. Vielleicht auch etwas Selbstdisziplin im Umgang mit unseren heutigen schon sehr sparsamen Autos, am besten bei jedem Stillstand den Motor ausschalten, denn eine manuelle Start-Stopp-Anlage ist in jedem Zündschloss eingebaut, und ein Auto, das nicht fährt, sollte auch keinen Treibstoff verbrauchen. Wie wär’s mit einer Energie- und Umwelt-Initiative „Bei Stillstand – Motor aus“, umgesetzt durch alle Autofahrer, Lieferanten, Taxifahrer sowie UPS- und Post-Fahrer?


