Porsche 550 Spyder – als Replika lebt er immer noch
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Der Unfalltod des US-Filmstars James Dean machte den Porsche 550 Spyder unsterblich – ein deutscher Importeur verkauft die Replika Chamonix ab 29.000 Euro.
Wenig Auto, wenig Gewicht und viel Leistung, das war das Erfolgsrezept des Porsche 550 Spyder in den 50er Jahren. Er war ein 550 Kilogramm (ohne Treibstoff) leichter Mittelmotor-Roadster für die Straße, mit dem man auch Rennen gewinnen konnte (wie z.B. die Targa Florio auf Sizilien). Vermutlich war es auch genau die Kombination aus Renn- und Straßenauto, die den 24-jährigen James Dean am 30. September 1955 das Leben kostete. Hätte er zusammen mit seinem deutschen Rennmechaniker Rolf Wütherich – der die Kollision mit einem Ford schwer verletzt überlebte – seinen 550er „Little Bastard“ per Anhänger zur Rennstrecke nach Salinas gebracht, könnte er vermutlich heute noch leben.
In der nur vierjährigen Bauzeit entstanden knapp über einhundert 550er, die Zahl steht nicht für das Gewicht, sondern für die 550ste Konstruktion des Hauses. Auch die heutige Replika Chamonix 550 darf als leicht und selten gelten. In Brasilien werden pro Jahr nur ein paar hundert der 580 Kilogramm leichten GFK-Autos mit Leiterrohrrahmen gebaut, größtenteils für den US-Markt. Erst etwa 70 Chamonix fanden den Weg über den Atlantik zu uns nach Europa.
Importeur Michael Gehrke aus Ketsch am Hockenheimring holt den Zweisitzer in Einzelteilen nach Deutschland und bestückt ihn mit europäischer Antriebstechnik, einem passenden Fahrwerk sowie dem kleinen bisschen Elektrik. Fahrfertig gibt es den Chamonix 550 Spyder je nach Motorvariante zu Preisen zwischen 29.000 (70 PS) und 39.000 Euro (110 PS). Als Bausatz ohne Achsen und Antrieb kostet er nur schlappe 18.000 Euro.

Porsche 550 Spyder: Seidel/Glöckler 1955 unterwegs bei der Mille Miglia mit 110 PS aus 1,5-Liter und nur 590 Kilogramm
Das Fahrgefühl ist beinahe antiquiert: Der 1,9-Liter-Vierzylinder mit seinen 110 PS hat leichtes Spiel mit der silbernen Flunder. Während der Wagen in weniger als sieben Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt, wird dem Fahrer der technische Fortschritt bewusst: Ohne Airbag, Knautschzone, Bremskraftverstärker, ABS oder gar ESP ist die Fahrt mit der Kunststoff-Replika wie eine kleine Mutprobe. Dennoch kann sich kaum ein Autofreak der Faszination für den neuen/alten Klassiker entziehen. Nur Porsche selbst zeigt sich von der Replika wenig begeistert.



