Spaltung der Formel 1 – Neuanfang oder Beginn des Endes?
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Alle – bis auf ein bedeutendes (Williams) und ein unbedeutendes (Force India) Formel-1-Team – haben die Rebellion beschlossen.
Für 2010 hat die FOTA (Formula One Teams Association) nach wochenlangen Querelen und erfolglosen Verhandlungen ihr Ausscheren aus dem Regime des Sportverbands FIA und die Gründung einer eigenen Konkurrenz-Serie angekündigt. Ein Desaster für die Transparenz des Flaggschiffs des internationalen Motorsports. Wie soll man sich das Nebeneinander zweier Formel-1-Szenen vorstellen? In der einen fahren neue, unbekannte Teams – in der anderen die Werksmannschaften. Wo fahren die Stars? Was gibt es für Terminplanungen, welche Serie fährt wann wo? Das alles kann nicht funktionieren! Auf den ersten Blick hat die FOTA alle Trümpfe in der Hand: die leistungsstarken Teams mit klangvollen Namen wie Ferrari, Mercedes oder BMW, dazu wahrscheinlich die Primaballerinen unter den Fahrern und außerdem das viele Geld. Aber wie und mit welchen Rennveranstaltern bestreiten sie ihr Geschäft? Die Sporthoheit ihrerseits hat die Infrastrukturen, dafür aber die Frage: „Stell Dir vor, Du machst Formel 1, aber wer macht mit?“
Die Situation zwischen FIA und FOTA erinnert ein bisschen an die Karikatur, auf der der Kopf des Froschs schon im Hals des Storches steckt, der Vierbeiner ihm aber mit den Vorderbeinen gnadenlos die Kehle zudrückt. Sie können nicht voneinander lassen – aber loslassen will auch keiner. Aber anders als die beiden im Überlebenskampf befindlichen Tiere, müssen hier die Widersacher irgendwie miteinander zurechtkommen. Sonst nimmt die beste Rennserie der Welt ernsthaften Schaden. Nutzt womöglich der eine oder andere Hersteller die „Gunst“ der Stunde, um angesichts der prekären Wirtschaftslage auszusteigen? Fragen über Fragen. Und das am Wochenende des britischen Grand Prix. In Silverstone, auf der Traditions-Rennstrecke bei Oxford – dort, wo am 13. Mai 1950 das allererste Rennen dieses Namens stattfand, dröhnen die Formel-1-Motoren zum allerletzten Mal. Ein Omen für Neuanfang oder ein beginnendes Ende?


