Formel 1: der Euphorie-Mechanismus „Seb“ Vettel
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Warum ein junger Deutscher selbst die coolen Briten für sich gewinnt
Viel muss man nicht über die Formel-1-Rennerei wissen, um den Euphorie-Mechanismus zu verstehen, der sich nach der makellosen Vorstellung des jungen Sebastian V. aus Deutschland in Bewegung setzt. Im Umfeld gefeierter Wunderkinder wie Lewis Hamilton oder Fernando Alonso mit jeweiligen Rekorden als jüngste Weltmeister, eines ebenso cleveren wie bisweilen schrulligen Bernie Ecclestone oder eines Max Mosley mit zweifelhaften Vorlieben im Privatleben wirkt der Junge aus Heppenheim eher wie eine Rarität in seiner Normalität.
Das ist was Besonderes. Und interessanterweise wird das auch von den Massen, die ihm nie nahe kommen können, gefühlt. Wie anders ist es zu erklären, dass das Publikum in Silverstone sich applaudierend von den Rängen erhob, als Vettel als Sieger über den Zielstrich raste, während ihr Held Jenson Button geschlagen und abgeschlagen auf Platz sechs landete?

Silverstone-Sieger Sebastian Vettel: Sein schwerer Gasfuß macht ihn schnell, sein frisches Lachen sympatisch.
Der Jüngling überzeugt zunächst einmal durch seine Leistung – das wirkt verständlicherweise am stärksten. Er macht auch Fehler, wie beim letzten Rennen, als er auf den ersten Metern seine Siegchance vergab. Aber er gibt sie zu und achtet darauf, denselben Fehler nicht ein zweites Mal zu machen. Das kommt an. Ebenso, wie die ehrliche, authentische und witzige Art, wie er in TV-Interviews gerade kniffelige Fragen pariert. Die Medien – selbst die englischen – überschlagen sich in der Sympathiekundgebung für Vettel.
Aperçu am Rande: Wenn die Times schreibt, „er ist wie Schumacher – und er ist nett“, dann macht die Süddeutsche daraus: „Wie Schumacher. Nur nett.“


