Helden der Straße
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Franz Meersdonk und Günther Willers sind eine Zeitlang für viele jüngere Fernsehzuschauer Helden des Alltags und der Straße. Denn die beiden Trucker müssen in der Vorabendfernsehserie „Auf Achse“ viele Abenteuer meistern und auf ihrer „Terminfracht in aller Herren Länder“ immer wieder Probleme lösen.

Doch das ist alles nichts im Vergleich zu der Tat von Murat Raimi und Klaus-Dieter Menzel. Die beiden Erlanger verhindern durch mutiges Eingreifen eine Bus-Katastrophe in der fränkischen Kleinstadt. Denn als der Fahrer eines Busses der Linie 287 am Steuer einen Schlaganfall erleidet, übernehmen Murat Raimi und Klaus-Dieter Menzel sofort das Lenkrad und stoppen wenig später den 15-Tonner.
Klaus-Dieter Menzel hat die Notsituation und den Anblick des Fahrers noch klar vor Augen: „Er bäumte sich auf und hatte Schaum vorm Mund.“ Ansprechbar ist der Fahrer schon nicht mehr. Menzel greift ins Lenkrad, schiebt den Busfahrer zur Seite und ruft den anderen Fahrgästen zu, was passiert ist. Aufhalten lässt sich der Bus nicht: „Ich kam nicht an die Pedale ran und eine Handbremse konnte ich auch nicht finden“, so Klaus-Dieter Menzel. Der Rentner versucht, den Bus auf der Straße zu halten. Während alle anderen auf ihren Plätzen bleiben, stürmt Murat Raimi nach vorne und hilft dabei, den Fahrer vom Lenkrad fernzuhalten. Der 20-Jährige packt den bewusstlosen Mann von hinten und zieht ihn kräftig zurück, Menzel bleibt am Steuer. „Ich hatte nur Angst, dass der Busfahrer stirbt“, erinnert sich der Dachdeckerlehrling Murat Raimi.
Wie durch ein Wunder wird kein Fahrzeug in der engen Straße des Wohngebiets beschädigt, denn Menzel und Raimi schaffen es, den Bus um alle Hindernisse zu manövrieren. „Meine Sorge war, dass wir vor der nächsten großen Kreuzung nicht zum Stehen kommen und einen Unfall bauen“, gesteht der Rentner später. Als ein weiterer Linienbus entgegenkommt, beginnen die beiden Helfer wie wild zu winken und zu hupen, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Kollege versteht sofort, steigt aus seinem Bus und rennt dem Unglückswagen hinterher. Durch die geöffnete Scheibe gibt er den beiden Rettern Anweisungen – Schlüssel für Zündung und Gaszufuhr ziehen. Erst dann bleibt der Bus mit einem Ruck stehen. Das Ende einer Geisterfahrt. Ein Mitfahrer alarmiert währenddessen Polizei und Feuerwehr, so dass der Busfahrer direkt ins nächste Krankenhaus eingeliefert werden kann.
Beim zuständigen Verkehrsverbund für den Großraum Nürnberg erfahren die beiden Erlanger später von der Tragweite ihres Handelns, denn der rund zwölf Meter lange und etwa 15 Tonnen schwere Bus wäre trotz langsamer Fahrt nicht so einfach von außen zu stoppen gewesen – Autos hätte er einfach zu Seite geschoben.
Für ihre mutige Tat erhalten die beiden von Goodyear und dem Automobilclub von Deutschland (AvD) den Titel „Highway Hero“ des Monats Mai. „Ich kann nur sagen, dass es wichtig ist, zu helfen. Natürlich kann man in so einer Situation auch manches falsch machen, aber der größte Fehler ist, einfach nichts zu tun“, ist sich Klaus-Dieter Menzel sicher. Franz Meersdonk und Günther Willers würden das nicht anders sehen.

Murat Raimi (r.) und Klaus-Dieter Menzel aus Erlangen sind die Helden im Mai.
Goodyear und der Automobilclub von Deutschland (AvD) suchen mit der Aktion „Highway Hero“ Helden wie Murat Raimi und Klaus-Dieter Menzel, um sie als Highway Heros des Jahres auszuzeichnen. Als Dank für die herausragende Tat erhält der „Highway Hero 2009“ einen SEAT Ibiza Sport 1.6 im Wert von 18.000 Euro, der von SEAT Deutschland zur Verfügung gestellt wird. Zusätzlich erhält der Gewinner vom Partner Allianz eine passende Autoversicherung mit dem CO2-Minderungszertifikat ECOmotion für ein Jahr.
Jeder, der sich um den Titel „Highway Hero“ bewerben möchte, hat auf der Internetseite www.highwayhero.de die Möglichkeit dazu. Schriftliche Bewerbungen nimmt Goodyear unter Goodyear Reifen GmbH, Abteilung Kommunikation, Stichwort: Highway Hero, Xantener Straße 105, 50733 Köln entgegen – oder per Telefon unter 0221-97666494 bzw. per Fax unter 0221-976669324.


