Volvo: Endzeit-Stimmung oder clever sparen mit DRIVe?
Kein Kommentar
2.897 views
Volvo beginnt mit der DRIVe-Initiative für geringeren Verbrauch und kämpft gleichzeitig ums Überleben.
Um fünf Gramm will Volvo den CO2-Ausstoß aller Modelle künftig senken. Und das jedes Jahr. Bei einer Emission von derzeit minimal 104 Gramm wäre man in 21 Jahren beim neuen verbrauchsoptimierten Modell C30 DRIVe auf null. Wenn es Volvo dann überhaupt noch gibt. Denn zurzeit stehen die Zeichen auf Sturm in Schweden.
Zwar hat Saab wohl einen Käufer in Gestalt des Supersportwagen-Bauers Koenigsegg (der Name klingt doch eher nach Schweiz, oder?) gefunden, dass aber die Krone skandinavischer Automobilbaukunst von amerikanischen (Ford) in chinesische Hände übergehen könnte, das will sich niemand wirklich vorstellen. Dem Vernehmen nach hat Geely, einer der größten Plagiatoren im Reich der Mitte, erste Fühler in Richtung Volvo ausgestreckt. Doch findet der vorsichtige Chinese zurzeit kaum gute Gründe, den feinen, aber behäbigen Laden zu kaufen.
Denn große und schwere, wenngleich sichere Autos sind aktuell nicht übermäßig gut im Geschäft. In Russland legte Volvo nach 11.000 Verkäufen 2007 im darauffolgenden Jahr das Rekord-Ergebnis von 23.000 Neuwagen hin. Jetzt hofft man für 2009, wenigsten das 07er-Ergebnis erreichen zu können. Insgesamt baut Volvo nach 458.000 Autos jetzt nur noch 375.000 Fahrzeuge. Der Schweden-Stahl verkauft sich schlecht zurzeit.
In den Weiten der skandinavischen Tundra haben sich die Volvo-Chefs in ihre Sommerhäuser zurückgezogen und schmieden Pläne zum Überleben. Sensationelle Ideen sind dabei nicht zu erwarten, ließ ein heimlich mitlauschender Elch verlauten. Es wird wohl kleine Veränderungen in der Modellpalette geben, einen C30 im SUV-Format und einen kleinen Kombi, Škoda hat bereits gezeigt, wie so etwas geht.
Immerhin ist ein Anfang bei der Spritspar-Initiative gemacht. DRIVe nennen Thors Kinder sieben Modelle der Palette, die im Spätsommer mit verbrauchsoptimierter Technik auf den Markt kommen. Den kompakten C30 sowie die beiden Mittelklassewagen S40 und V50 gibt es dann mit einem (von Peugeot stammenden) 109 PS (80 kW) starken Diesel, der mit Start-Stop-Technik für 3,9 Liter Treibstoffkonsum je 100 Kilometer nach EU-Norm gut ist und dabei 104 g/km an CO2 abgast.
Die Modellreihen V70 und S80 bekommen den gleichen 1,6-Liter-Vierzylinder aus dem Hause PSA, bei diesen DRIVe-Versionen liegt der Verbrauch bei 4,9 Liter Diesel für 100 Kilometer, der CO2-Ausstoß bei 129 g/km. Mit sechs Litern Sprit für die Standard-Distanz begnügen sich die schwersten Brocken im Programm, das SUV XC60 und der Schlechtwegekombi XC70. Der 2,4-Liter-Fünfzylinderdiesel liefert 175 PS (129 kW) und schafft 420 Nm Drehmomentspitze bei 1.500/min. Beide haben Front- statt des üblichen Allradantriebs, die CO2-Emissionen liegen bei 159 g/km, was in dieser Klasse wirklich überraschend wenig ist.

Volvo XC60 DRIVe: Kompakt-SUV nur mit Frontantrieb unterwegs Richtung „Null-Abgase“, siehe Aufkleber
Drücken wir den Schweden die Daumen. Ein Volk, das so wundervolle Dinge wie Pippi Langstrumpf, die Mittsommernacht, Ikea und die Wikinger erfunden hat, sollte nicht von einer dahergelaufenen Krise abgestraft und des Automobilbaus beraubt werden. Also, ihr blondschopfigen, nichtrauchenden und vieltrinkenden Verkehrsregelberücksichtiger: Haltet durch!


(2 votes) 


