Zukunftsängste sowie neue Lenk- und Ruhezeiten
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Der Trend zu Tagesterminen bei Presse-Präsentationen geht weiter und zwingt manche Journalisten zu überlangen Arbeitstagen, auf Kosten der Sicherheit?
In den Zeiten der Turbulenzen müssen wir alle sparen. Gemeinsam und effizient. Einzelschicksale können da schon mal etwas härter ausfallen. Und langsam merkt die Auto-Medien-Branche, dass die Krise nun auch hier angekommen ist.
Geringere Umfänge bei Magazinen, Abkehr von journalistischen Grundwerten bei Tageszeitung, die Zeiten sind ohnehin schon wild, nun ändern sie sich noch einmal. Toyota und Lexus, seit Jahren schon bekannt als Meister des schlanken Fußes (großer Auftritt mit kleinem Budget), drehen nachdrücklich an der Schraube zur Kostensenkung und verzichten (ebenso wie manch andere Hersteller wie beispielsweise Volvo oder Renault) trotz langer Reise ins ferne Ausland auf eine Übernachtung am Zielort. So geschehen jüngst bei der Einladung zur ersten Probefahrt mit dem Lexus IS 250 C nach Nizza. Abflug Frankfurt um 8:40 Uhr, Rückkehr am gleichen Tag (ein Freitag übrigens) um 20:45 Uhr, das ist für alle Südhessen ein durchaus adäquater Reiseplan.

Lexus-Klapp-Dach-Gymnastik vor der Altstadt von Antibes direkt am Hafen – Fotografen lieben diesen Spot.
Der Kollege aus Hannover dagegen lächelt eher gequält. Um vier Uhr morgens hat sein Wecker geklingelt, seine nächtliche Rückkehr wird ihm nicht vor Mitternacht gelingen. Dennoch erwartet Gastgeber Lexus eine positive oder zumindest objektive Berichterstattung. Die fällt freilich schwer, wenn nach wahrlich unchristlicher Aufstehzeit und einer Anreise von mehr als sechs Stunden das Lexus Cabrio mit bleiern schweren Augenlidern und geistiger Mattheit probegefahren und für gut befunden werden soll.

Offen durch die Seealpen – Traumberuf Motorjournalist oder ein ständiger Verstoß gegen die Lenk- und Ruhezeiten?
Ganz abgesehen von der Sicherheitskomponente. Ungern setzt man sich neben einen Mitstreiter, der in der vergangenen Nacht vielleicht mit nur vier Stunden Schlaf auskommen musste und nun mit 208 PS unter der Haube auf Erprobungsfahrt über schmale und kurvige Straßen durch die Provence düst. Es überrascht, dass es nicht bereits zu Schäden an Mensch und Material gekommen ist. Clever sparen geht anders.




