Medienopfer Wiedeking – sind die letzten Tage schon gezählt?
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Wie lange noch soll das Gerangel zwischen VW und Porsche dauern dürfen? So lange, bis Ferdinand Piëch am kommenden Donnerstag seinen Plan von einem VW-Gesamt-Konzern mit Porsche als zehnter Marke durchsetzt, ganz einfach.
Ausgerechnet bei so einem prominenten Auftritt verhaspelte sich der sonst so stabile „Noch“ (Originalton Piëch an anderer Stelle)-Vorstandschef der Porsche SE, Wendelin Wiedeking, am Mittwochabend auf der 100-Jahr-Feier bei Audi. Vor laufenden Nachrichten-Kameras stotterte er: „Ich bin ein glücklicher Aufsichtsrats-, äh, Vorstandschef …“ Wiedekings Indisposition ist allzu verständlich. Es hat allen Anschein, dass sein Stern endgültig sinkt. Mit Schuld daran ist eine verzinkte Art der Kommunikation, bei der jeder, der sich dazu berufen fühlt, jedem, der etwas wissen will, etwas zusteckt, je nachdem, wes Geistes Kind er ist.

Als Porsche-Chef Wendelin Wiedeking noch lachen konnte (Foto von 2008) oder Vorfreude auf eine Sensations-Abfindung?
Die Taktik des nicht genannt werden wollenden Informanten ist bekannt. Dass diese Methode jetzt allmählich auch deutlich in die Berichterstattung einfließt, ist indessen neu. Da wird in den Medien davon berichtet, wie „jemand aus dem Hintergrund etwas durchgestochen“ hat, ein „anonymer Büchsenspanner“. Oder es wird geschrieben, Wiedeking habe um Bedenkzeit gebeten, „was Menschen aus dem innersten Zirkel so verstanden haben“, dass er ausrechnen müsse, wie hoch seine Abfindung ausfalle. Porsche-Sprecher Anton Hunger spricht in diesem Pulverdampf von einem „Medienkrieg“.
In Zeiten solchen Verhaltens, die Kommunikation eingeschlossen, ist es fast unmöglich, in der Sache vernünftige Entscheidungen zu treffen. Dass es so weit kommt, dafür sollten sich alle Beteiligten schämen, denn es verursacht riesigen volkswirtschaftlichen Schaden. Und schadet damit jedem Menschen, der weniger als 80 Millionen im Jahr verdient – davon gibt es allen in Deutschland rund 80 Millionen.


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Ich finde diese ganze Verwirrung, welche momentan aufkommt wirklich furchtbar. Alle paar Stunden kommt eine neue Nachricht im Internet heraus, welche die vorige schon wieder widerlegt. Was nun wirklich mit Porsche und Wiedeking wird ist unklar und bleibt unklar bis die Entscheidungen gefällt wurden und offiziell bekannt gemacht werden. All diese Spekulationen und dieser furchtbare Medientrubel führen im Endeffekt nur zu Verwirrung und Angstmacherei. Vor allem die Porsche Mitarbeiter sind jetzt bestimmt völlig unschlüssig was sie eigentlich noch glauben sollen.
Hallo Jürgen,
bei aller Verwirrung – wirklich schlimm für die Arbeitnehmer aller beteiligten Unternehmen – ist doch zu erkennen wer hinter all den Medien-Gerüchten die Fäden spinnt. unAUTOdox.de macht die Gerüchteküche bewusst nicht mit, sondern analysiert die Hintergründe und Absichten. Zur Zeit scheint es so als gingen die Pläne eines einzelnen Herren auf: Er plant einen integrierten Automobil-Konzern mit zehn Marken, der bald der größte der Welt werden könnte, möglicherweise sogar unter dem Holding-Namen „Auto Union“.
Gruß
Elke Mahla
Liebe Elke,
ist dass denn so schlimm, dass ein Patriarch einen Großkonzern schaffen will? In der Vergangenheit hat Piech doch gezeigt, dass er ein gutes Näschen für Autoentwicklung hat (okay, Phaeton und Bugatti mal ausgenommen). Das Thema ist doch schon länger durch: was Piech will, das wird auch gemacht. Und zum größten Autokonzern kommt VW auch noch, wart`s ab.
Hallo Horst, es geht doch gar nicht um Piech und die Porsche Familie, sondern um die Art und Weise, wie mit Wiedeking und dem Unternehmen Porsche umgegangen wird. Und da muss ich Elke recht geben: solch wichtige Entscheidung klärt man intern und präsentiert das Ergebnis nach reiflicher Überlegung extern. Das ganze Gerede schadet doch nur dem Unternehmen und den Mitarbeitern.