Wiedeking: Der Porsche-Retter fliegt nach 17 Jahren raus – aufrechter Abgang mit Ironie und Augenzwinkern
Ein Kommentar
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Der Machtkampf zwischen Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche ist vorerst beendet. Wendelin Wiedeking ist nicht mehr Porsche-Chef. Der kantige Westfale gibt sich mit 50 Millionen Abfindung zufrieden und verteilt davon 26,5 Millionen an Stiftungen, unter anderem an notleidende Journalisten in Niedersachsen.
Die Kugel ist ja dann letztlich doch recht unauffällig aus dem Kanonenlauf geplumpst. Wendelin Wiedeking geht – was niemanden mehr wirklich überrascht hat. Auffällig ist eher, wie unspektakulär der wochenlange Zwist einem Ende zugeführt werden konnte. Aber spektakulär ist es, wie Wiedeking mit seiner Abfindung umgeht. 25 Millionen stiftet er zur Sicherung einer „sozial gerechten Entwicklung in allen Porsche-Standorten“. Eine noble Donation, fürwahr.
Dass er aber auch noch 1,5 Millionen zur „Unterstützung notleidender Journalisten im Alter“ (beide Zitate entstammen einer Pressemitteilung der Porsche SE mit einer „Persönlichen Erklärung von Herrn Dr. Wendelin Wiedeking“) spendet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie (speziell, da 500.000 Euro davon an den „Verein Kollegenhilfe niedersächsischer Journalisten“ gehen), wenn nicht Süffisanz: Waren es doch nicht zuletzt die Medien, die gezielt gebrieft worden sind, um Wiedekings Position zu schwächen. Oder kann man diese Aktion als Sympathiekundgebung – eingeflüstert vom Porsche-Oberkommunikator Anton Hunger – deuten? Vor seinem Job bei Porsche war der nämlich Vollblutjournalist mit Leib und Seele. Was wird wohl aus ihm?


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Liebe Elke,
wie Wiedeking mit seiner Abfindung umgeht, das ist wirklich humoristisch, da stimme ich voll zu. Er sichert die Porsche Belegschaft gegen sozial ungerechte Entwicklungen ab und er unterstützt Journalisten im Alter, sogar die in Niedersachsen. Diese Spitze soll wohl zeigen wo Wiedeking und Hunger die journalistischen Sprachrohre von Piech vermuten.
Was Wiedeking sonst noch so „geleistet“ hat, darf nicht vergessen werden: Zuerst hat er die Sportwagenschmiede vor dem Ruin gerettet, dann saniert und stark gemacht und schließlich in 2008 mehr Gewinn als Umsatz realisiert, mit Unterstützung von Börsen-Zocker Härter. Technik- und Produkt-Highlights waren nie sein Thema und auch der Motorsport ein ungeliebtes Kind, schade für Porsche und seinen Nimbus.
Auch den Absturz in die Milliarden-Verschuldung verantworten Wiedeking und Härter. Und da die Herren schon in den bisherigen Dienstjahren nicht schlecht verdient haben – da muss wohl keiner ins Armehaus – haben sie zumindest moralisch keinen Anspruch auf eine Abfindung. Jeder Arbeiter, der großen Mist baut und der Firma schadet, fliegt raus. Warum sollten Vorstände für Versagen belohnt werden, weich fallen tun sie doch sowieso?
LG
H.H.