Speerspitze mit Zoom-Faktor
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Der Mazda 3 MPS soll Fahrspaß und Agilität auf höchstem Niveau bieten.
Mazda versteht sich als Spaßmarke und steht dank der Abwrackprämie sowie einem guten Klein- oder Kompaktwagenangebot nicht schlecht da in Deutschland. Die noch junge Baureihe des Mazda 3 bekommt Mitte Oktober eine Verstärkung der sportlichen Art, die noch mehr vom bei Mazda Zoom-Zoom genannten Spaßfaktor haben soll. Das Spitzenmodell MPS (für Mazda Performance Series) reiht sich in die Riege der Kompaktsportler vom Schlage eines Astra OPV oder Ford Focus ST ein.
Sein 2,3-Liter-Turbomotor leistet 191 kW (260 PS), für 27.400 Euro darf man auf teils lederbezogenen Sitzen hinter dem mit gleichem Material umschmeichelten Lenkrad Platz nehmen. Der MPS sei das preisgünstigste Angebot in einer Klasse, in der nur etwa 7.000 Autos im Jahr verkauft werden, sagt der neue Geschäftsführer von Mazda Deutschland, Josef A. Schmid. Der in Passau geborene Bayer steht seit 25 Jahren in den Diensten des Unternehmens, zuletzt war er in Österreich eingesetzt, wo Tempoverstöße streng geahndet werden. So scheint der Chef die Fahrt im Mazda 3 MPS besonders zu genießen, dort, wo es geht und erlaubt ist, rennt der frontgetriebene Viertürer gut 250 km/h. Bis er die erreicht, kämpft der Antrieb mit den Bärenkräften der Maschine. Damit der Frontantrieb überhaupt das gewaltige Drehmoment von 380 Nm verarbeiten kann, haben die japanischen Ingenieure tief in die Trickkiste gegriffen. Eine elektronisch gesteuerte Absenkung des Drehmoments im ersten und zweiten Gang soll beim Anfahren der Traktionskontrolle eine Chance geben, die Momente zu bändigen. Und damit die Räder in Kurven nicht gleich durchdrehen, limitiert eine Differenzialsperre den Schlupf.
Dennoch rupft die Antriebskraft beim Beschleunigen mächtig am Lenkrad, eine feste Hand muss den MPS am Zügel halten. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in beeindruckenden 6,1 Sekunden, die Atempausen, die sich die Turbomaschine beim Schalten leistet, sind minimal, aber trotz moderner Ladertechnik nicht vollständig zu ignorieren. Bei schnellerer Fahrt wird der flinke Mazda laut, Windgeräusche und vor allem das Grollen der 225/40 R 18 Zoll großen Räder auf dem Fahrbahnbelag dringt vernehmlich nach innen. Ein Leisetreter ist der MPS also nicht, zumal der Motor lautstark ins Konzert einstimmt und keinen Hehl aus seiner Leistungsbereitschaft macht. Der Grund fürs Getöse ist nicht zuletzt im Leichtbau begründet. 25 Kilogramm hat der MPS im Vergleich zu seinen zivilen Brüdern abgespeckt, vor allem Dämmmaterialien blieben auf der Strecke.
Das Fahrverhalten ist straff und bestens definiert, stärkere Stabilisatoren und strammere Federn helfen, den Mazda-Sportler auf Kurs zu halten. Darunter leidet freilich der Federungskomfort, auf schlechten Strecken rüttelt der MPS seine Passagiere ordentlich durch. Längere Reisen lassen sich mit gemäßigtem Tempo besser bewältigen, dann gibt sich der Wagen eher manierlich und mäßigt seinen Durst.
Denn schon der Normverbrauch lässt mit einem kombinierten Wert von 9,6 Liter Superplus-Benzin für 100 Kilometer Böses ahnen. Wer das Gaspedal mehr als streichelt, muss mit einem Durchschnittskonsum von mehr als zehn Litern rechnen. In den Tank passen 55 Liter Spritvorrat. Bremsen und Schaltung funktionieren genau und zuverlässig und stellen somit nicht nur den sportlich ambitionierten Fahrer zufrieden. Die Sitzposition ist anständig, hohe Seitenwangen bieten besten Seitenhalt. Und das Kofferraumvolumen von 340 bis 1.360 Litern gibt dem Mazda 3 MPS noch einen Schuss Alltagstauglichkeit. Die umfangreiche Ausstattung kann nur mit einem Exklusiv-Paket, das unter anderem noch mehr Leder und ein Schiebedach umfasst, für etwa 2.300 Euro und einem Navigationssystem für 750 Euro ergänzt werden. Preis und Leistung stimmen.





