Kulturrevolution in Weissach: Porsche strebt zu neuen Produktions-Rekorden
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Porsche soll wachsen, Porsche soll porschiger werden. Keine Nachfolger für die Schwergewichte Cayenne und Panamera? Stattdessen mehr echte Sportwagen.
„Jetzt ist hier alles möglich“ – „Jedes Projekt kommt erneut auf den Prüfstand.“ – „Wiko hängt sich schon voll rein“ – was Zuffenhausener Manager hinter vorgehaltener Hand so flüstern, könnte echten Porsche-Fans Mut machen.

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Es ist die Rede von neuen Modellen und größeren Sprüngen in der technischen Entwicklung. Eine weitere Baureihe „Kleiner Porsche“ scheint in Reichweite, zumindest wenn sich Stuttgart aus dem Wolfsburger Konzern-Baukasten bedient. Schon verkündet Michael Macht, der erste Porsche-Chef in der Nach-Wiedeking-Ära, er könne sich mittelfristig eine Verdopplung der Absatzzahlen auf 150.000 Autos vorstellen. Das ist viel, wenn man von 72.200 Autos in 2008 kommt.
Nach der von Profitstreben geprägten Zeit kommt nun die Wachstums-Ära. Um Ferdinand Piëchs Traum von VW als größtem Autokonzern der Welt schnell Wirklichkeit werden zu lassen, muss auch Porsche für seine Verhältnisse auf Masse machen. Das muss nicht schlecht sein. Hauptsache Porsche bleibt Porsche. Und daran wird auch Porsche-Enkel Piëch gelegen sein. Sorgen bereiten den Mitarbeitern allerdings zurzeit zwei Dinge. Erstens erfährt die nächste 911-Generation gerade noch Änderungen durch Martin Winterkorn höchstpersönlich, Front und Heck sollen betroffen sein und dem Vernehmen nach wird nicht nur am Design, sondern auch mit dem Rotstift gearbeitet, der Marktstart verschiebt sich sogar nach hinten. Und zweitens fürchten viele in Weissach, dem Porsche-Gehirn (Entwicklungszentrum), einen technischen Ausverkauf.

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Konzern-Techniker von VW und Audi könnten sich hier bedienen, was aus Konzern-Sicht sogar logisch erschiene. Das aber würde den Porsche-Ingenieursgeist ausbluten lassen. Motto: Gute Ideen werden genutzt und wandern dorthin, wo mit ihnen viel Geld zu verdienen ist. Teure Materialien und Lösungen werden aber speziell für Porsche verworfen, weil sie die Marge schmälern. Spannende Zeiten also in der VW-Marken-Union mit zehn Hersteller-Namen, besonders spannende eben in Zuffenhausen und Weissach.


