Leise Elektroautos sind gefährlich – denn niemand hört sie kommen
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Die Elektromobilität wird kommen, zwar langsamer, als viele glauben, aber auch wenige E-Autos im Alltagsverkehr reichen aus, um neue Probleme aufzuzeigen.
80 Prozent aller Informationen im Straßenverkehr nimmt der Mensch optisch auf. Von den verbleibenden 20 Prozent entfällt der größte Teil auf akustische Informationen.

Peugeot iOn: technischer Zwilling des Mitsubishi i-MiEV, soll 2010 auf den Markt kommen – möglicherweise mit Fahrradklingel?
Elektroautos oder Hybridwagen im E-Modus fahren aber fast geräuschlos, zumindest bei Stadt-Geschwindigkeit, und genau dann können Fußgänger, Radfahrer oder gar Sehbehinderte die eigentlich umweltfreundlichen leisen Fahrzeuge nicht hören oder orten, aus welcher Richtung sie kommen. Die Mahner formulieren Schreckensszenarien: „Querende Passanten springen überrascht zurück auf den Bürgersteig, Radfahrer fallen vor Schreck fast vom Sattel.“
Das klingt ein bisschen übertrieben, doch es ist was dran. Das wissen alle Motorjournalisten, die schon mal bei der Präsentation eines Prius oder bei anderen Testfahrten mit E-Autos auf dem Parkplatz gestanden haben. Da nähert sich von hinten der Kollege mit dem lautlosen Testwagen, und keiner merkt es. Oder, nach der Testfahrt steigt man aus, verlässt sein Fahrzeug und läuft dem nächsten Testfahrer vors Auto, es war ja nichts zu hören, nur plötzlich das Reifenquietschen von der Vollbremsung. Die elektrische Mobilität birgt ganz neue Probleme. In Japan hat die Regierung bereits eine Expertenkommission eingesetzt, die Sicherheits-Vorschläge gegen die „Unhörbarkeit“ entwickeln soll. Die Rede ist von Warngeräuschen wie synthetischem Motorensound oder extra lauten Handy-Klingeltönen. Auch in Großbritannien wird bereits geforscht. Bei den Versuchen des britischen Unternehmens Lotus soll das „gewohnte Motorengeräusch“ zusätzlich konservativen Kunden den Umgang mit E-Autos vertrauter machen.

Nissan LEAF: Der fünfsitzige Elektrowagen kommt in Japan Ende 2010 – ob mit neuem Warngeräusch, ist noch nicht bekannt.
Ob es wirklich zu Elektroautos mit Kunst-Tönen oder -Sound kommt, wird sich zeigen. Ein führender Techniker in der Voraus-Entwicklung eines großen deutschen Autoherstellers malt ein anderes Bild: „Es klingt zwar im ersten Moment widersinnig, aber gerade die Elektromobilität wird im urbanen Umfeld dazu führen, dass die Verkehrsteilnehmer Fußgänger und Radfahrer auf der einen Seite und Automobile auf der anderen in Zukunft noch viel klarer voneinander getrennt werden müssen.“ Da erscheinen die Gitter und Geländer, die in manchen Großstädten im Kreuzungsbereich schon heute den Fußgänger-Verkehr Richtung Zebrastreifen kanalisieren, nur ein Anfang zu sein. Möglich seien auch weit ausgebaute Tunnelsysteme für E-Autos, so könne Autoverkehr möglicherweise mittelfristig komplett von der City-Bildfläche verschwinden. Es klingt wirklich abstrus, aber vielleicht führen so lautlose Elektroautos dazu, dass in ferner Zukunft autolose Innenstädte entstehen.



Haben wir schon vergessen, welche Gesundheitsschäden heutzutage der von Verbrennungsmotoren emittierte Lärm und Schmutz verursacht? Herzkranheiten, Asthma etc. Und da philosophieren wir über das Risiko der Geräuscharmut. DAS Problem sollte sich vergleichsweise einfach lösen lassen: Abstandssensoren, wie schon millionenfach im Einsatz sind, erzeugen einen Warnton, wenn ein Fußgänger oder Radfahrer voraus ist.
Wir sollten aufhören, dem Elektroauto Steine in den Weg zu legen.
Hi weotui,
keinesfalls wollte ich dem E-Auto Steine in den Weg legen, nur das Augenmerk auf ein bislang wenig bedachtes Problem lenken. Entscheidend ist besonders die Perspektive, dass das saubere und leise E-Auto dazu führen könnte, dass Fussgänger und Automobile in Zukunft komplett getrennt durch Städte strömen.
Nix für ungut
TW