Mit Paragon ist ein weiterer prominenter Auto-Zulieferer insolvent
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Durch „Planinsolvenz in Eigenverwaltung“ soll die Sanierung erfolgreich vorangetrieben werden. Schicksal des Sportwagen-Projekts Artega GT unklar.

Artega GT: Eine neue, deutsche Sportwagen-Hoffnung – und nun ist der Mutterkonzern pleite, echt Schei…
Erneuter Schock in der Automobil-Zulieferindustrie: Die börsennotierte Paragon AG, Hersteller u. a. von Kombi-Instrumenten und Schaltsensorik im ostwestfälischen Delbrück, ist zahlungsunfähig. Sie ist damit, wie schon viele andere Zulieferer zuvor, Opfer der Absatzkrise im weltweiten Automobilgeschäft. Ab der zweiten Novemberwoche 2008 kam es nach eigenem Bekunden zu rapiden Auftragseinbrüchen, die sich auch auf das erste Halbjahr 2009 auswirkten. Der konzernweite Umsatzrückgang in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres belief sich auf fast 40 % gegenüber dem Vorjahr. Allein dadurch fehlten dem Unternehmen Deckungsbeiträge in Höhe von 14 Mio. Euro. Der Vorstandsvorsitzende von Paragon, Klaus Dieter Frers, bemühte sich, zusätzliche Liquidität zu beschaffen, was jedoch nicht gelang. Frers’ bittere Erkenntnis: „Die Banken haben die Finanzkrise ausgelöst und wurden von der Politik mit der Maßgabe gerettet, den Mittelstand mit Krediten zu unterstützen. Genau dieser Aufgabe werden manche im Fall von Paragon aber keineswegs gerecht.“ Allerdings stehen zwei der Banken mit ausreichenden Massekrediten zur Verfügung, so dass im Gegensatz zur klassischen Insolvenz der Vorstand im Amt bleibt, um die Sanierung erfolgreich voranzutreiben.

Das technische Aushängeschild von Paragon, der Artega GT, gefällt aus jedem Blickwinkel. 300 PS stehen nur rund 1.100 Kilo gegenüber.
Inwieweit das ehrgeizige Projekt Artega GT, der bildhübsche Sportwagen der Paragon-Tochtergesellschaft gleichen Namens, von diesen Turbulenzen betroffen ist, ist unklar. Noch auf der IAA hatte Firmenchef Frers selbstbewusst verkündet, es gebe genügend Kunden – allein die Zulieferer machten es schwer, weitgehend fertiggestellte Fahrzeuge an Kunden auszuliefern. Da kann man – für einen mutigen Unternehmer und ein verheißungsvolles Sportwagen-Projekt – nur wünschen: Glück auf!


