Wird es ein Denker – oder wird es ein Lenker?
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Wer wird neuer Präsident des Internationalen Automobilverbands FIA und Nachfolger des Briten Max Mosley – der ehemalige Ferrari-Teamchef Jean Todt oder der frühere Rallye-Weltmeister Ari Vatanen?
Welcher von beiden schlussendlich den gewieften Max Mosley als FIA-Präsidenten auch beerbt, eines steht schon fest. Es wird einer, der sich seine Meriten im Rallye-Sport verdient hat. Der eine, der Franzose Jean Todt (63), war in den 70ern als Rallye-Copilot geistiger Vater unzähliger Siege auf internationalem Parkett. Er galt als der Beste und Gewiefteste seiner Zunft. Der andere, der Finne Ari Vatanen (57), gehörte als Fahrer zu den Schnellsten aller Zeiten (Vatanen seinerzeit über Vatanen: „Arrrri always driving on the limit“) und wurde 1981 Rallye-Weltmeister. Beide vom Naturell her ausgebuffte Rallye-Tiere, der eine als Denker, der andere als Lenker.
Höchst unterschiedlich ist beider Werdegang danach verlaufen: Todt holte Ferrari aus dem Formel-1-Tief und erklomm mit seinem Star Michael Schumacher alle Gipfel des Ruhms. Von 2000 bis 2004 gewann das Dreamteam für Ferrari insgesamt zehn Weltmeistertitel: fünf Fahrertitel für Michael Schumacher und weitere fünf Konstrukteurstitel. Vatanen, nachdem er viermal die mörderische Rallye Paris – Dakar gewonnen hatte, wandte sich der Politik zu. Als Konservativer wurde er 1999 ins Europaparlament gewählt, dem er bis 2009 angehörte.
Dem Finnen sollte eigentlich seine politische Erfahrung zum Vorteil im Duell um das hohe Amt bei der Automobilbehörde gereichen. Doch die Karten für Todt sind besser gemischt. Er ist klarer Favorit des Amtsinhabers Mosley. Und der setzt, wie man hört, ohne Skrupel Wahlberechtigte unter Druck, dem Kandidaten seiner Wahl die Stimme zu geben. Die Frage ist also: Wird es Vatanen in diesem Rennen ähnlich gehen wie bei der Paris – Dakar 1988? Da kam ihm kurz vor der Zielankunft auf ungeklärte Weise sein Rennauto abhanden …


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