eCarTec – erste bundesweite Messe für E-Mobile
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Ende letzter Woche schloss die bundesweit erste Messe für E-Mobilität in München ihre Pforten – und die Veranstalter sind zufrieden. Die „eCarTec“ mit 195 Ausstellern aus den Bereichen Elektrofahrzeuge, Antriebs- und Batterietechnik sowie Energie besuchten über 10.000 Interessierte, Publikum wie Fachleute. Und das, obwohl die Messe nur unter der Woche, also ohne Wochenende lief. Veranstalter wie Aussteller wollen nach eigenem Bekunden dazu beitragen, dass „Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität“ wird.
Zu den Ausstellern gehören u.a. ADAC, Continental, E.ON, Ecocraft, Edag, Extra Energy, Iseki, Kokam, Leclanche, Li-Tec, Ruf Automobile, Siemens, Vattenfall und Zytek. Wie interessant die Messe auf weitere Sicht werden könnte, geht schon aus der Liste der Teilnehmer des 1. Internationalen eCarTec Kongresses für individuelle Elektromobilität hervor, der im Rahmen der Messe stattfand. In Kooperation mit Bayern Innovativ und seinen Clustern Automotive, Bahntechnik, Chemie, Energietechnik, Leistungselektronik, Mechatronik & Automation sowie Neue Werkstoffe informierten Vertreter u.a. von Continental, Daimler, E.ON und Volkswagen Interessierte über technologische Herausforderungen und Entwicklungen von Elektro-Fahrzeugen, Energiespeicher, Energiebereitstellung und Verteilung sowie Antriebs- und Mobilitätskonzepte für Elektromobilität. So referierte Prof. Dr.-Ing. Gernot Spiegelberg (Siemens AG) über „E-Mobilität – Technologien für integrale Verkehrskonzepte der Zukunft“, Prof. Dr.-Ing. Horst E. Friedrich (DLR e.V.) nahm sich des Themas „Fahrzeugkonzepte und Leichtbau“ an und Dr. Thomas Schlick (Verband der Automobilindustrie) zeigte „E-Mobilität aus der Sicht der Automobilindustrie“.
Die Messe selbst zeigte denn neben vielen löblichen Ansätzen und Ideen aber auch, dass noch viele Probleme gelöst werden müssen, ehe E-Mobilität flächig zu einer echten Alternative werden kann. Die „Süddeutsche Zeitung“ vom 19. Oktober formuliert es in ihrer Messe-Berichterstattung so: „Der Elektrohype findet allen Ankündigungen auf der IAA zum Trotz noch immer in einer kleinen Nische statt.“ Hier einige Aspekte, die sich dazu herauskristallisieren:
- Auf der Messe gibt es nur Exoten wie den 99.000 Euro teuren Tesla Roadster oder den in Einzelanfertigung verfügbaren eRUF Greenster mit 950 Nm Drehmoment zu kaufen.
- Im „normalen Leben“ ist nach einschlägigen Erhebungen jedoch kein Kunde bereit, viel Geld für Elektromobilität auszugeben.
- Die Stromspeicher verdoppeln derzeit den Preis eines Kompaktautos – und das bei einer realen Reichweite von etwas mehr als 100 km.
- Zur Einführung flächendeckender effizienter Schnellladestationen für die benötigten Batterien sind Investitionen in Milliardenhöhe erforderlich.
- Umweltgerechter wäre ohnehin eine Strategie des Batteriewechsels, denn beim Schnellladen wird viermal so viel Energie gebraucht wie beim Akku-Austausch.
Alles in allem kommt z.B. der Berichterstatter der „Süddeutschen Zeitung“, die sich nun wahrlich nicht als Widersacher der E-Mobilität positioniert, zu der ernüchternden Erkenntnis: „Ohne Anschubinvestitionen für jedes E-Mobil in Höhe von mehreren tausend Euro wird der ganze Elektrohype eine Fehlzündung bleiben.“ Bleibt jedoch zu hoffen, dass die eCarTech auch in Zukunft Impulse setzt – und dass die großen Hersteller mit ebenso großem Engagement ihrem Ruf folgen.




