Wenn die Fahrer auf der Strecke bleiben …
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Mercedes und Audi setzen ihre Rennsiege in Szene. Die Stuttgarter feiern die Formel-1-Weltmeisterschaft ihres Kunden BrawnGP, die Ingolstädter den Titel in der DTM mit großen Annoncen. Doch die frischgebackenen Champions Jenson Button und Timo Scheider sind nur Randerscheinungen der Gratulationskür.

Anzeige von Mercedes-Benz: Der Text erinnert an den WM-Gewinn von 2008 und gratuliert für 2009 nur BrawnGP, aber nicht dem Fahrer Jenson Button.
Auf den ersten Blick sind die Anzeigenmotive höchst unterschiedlich. Das eine zeigt einen Rennfahrer ganzseitig und hochformatig in Siegerpose. Das andere, doppelseitig gar, eine Rennszene, in der bis auf das Firmenlogo des Fahrzeugherstellers praktisch alles wie auf einem Fotonegativ farblich stilisiert ist. Trotz aller Unterschiedlichkeit auf den ersten Blick haben beide Annoncen viel gemein. Bei beiden Motiven handelt es sich um das Eigenlob zum Gewinn einer Rennsport-Meisterschaft.
Bei Ersterem – erschienen in überregionalen Tages- und in Fachzeitungen Anfang vergangener Woche – ist das Thema der Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft durch das sensationell debütierende Team BrawnGP. Mercedes-Benz, der Motorenlieferant für diese Mannschaft, gratuliert herzlich und stellt damit die eigene – tolle (!) – Leistung heraus. Legitim, keine Frage.
Und während sich in diesem Falle schon die Fans die Köpfe darüber heißreden, dass dem neuen Weltmeister Jenson Button dort nicht ausdrücklich gratuliert wird, immerhin füllt er das ganze Bild und sein Name ist auf dem Overall zu lesen, setzen eine Woche später die Kollegen aus Ingolstadt noch einen obendrauf:

Audi gratuliert sich doppelseitig zur DTM-Meisterschaft: Timo Scheider wird nur in der Unterzeile einwähnt, guter Stil oder markenverliebte Werbestrategie?
Sie feiern ihren DTM-Meisterschaftsgewinn mit der beschriebenen Annonce und der frischgebackene Champion Timo Scheider ist den Audianern lediglich eine kleine Erwähnung am Rande wert.
In beiden Fällen haben sich ein paar Marketing-Experten als unsportlich und unsensibel entlarvt. In dem Bestreben, vermeintlich möglichst viel für ihre Marken herauszuholen, haben sie die populären Leistungsträger, nämlich die Stars am Volant, auf der Strecke gelassen. Und damit bei einer Klientel, der gerade diese Stars wichtig sind, nach Kräften danebengelangt. Schade. Die emotionellste Angelegenheit des Auto-Business, der Motorsport, hätte mehr Menschlichkeit, Ehrlichkeit und Emotion verdient.



Meiner Meinung nach, Formel 1 hat eine unklare Zukunft! Und der neue Weltmeister heißt Sebastian Vettel!