Alfa lebt, und wie – der kleine MiTo ist das Erfolgsmodell der Traditionsmarke
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Der Alfa MiTo bringt der sportlichen Italo-Marke ordentliche Stückzahlen, gute Rendite und junge Kunden, er ist das Erfolgsmodell und führt so durch schwierige Zeiten.

Der erfolgreiche Alfa MiTo will auch mal flott bewegt werden, doch im Normalfall verbringt er seine Tage und Kilometer in der Großstadt.
Mit über 6.500 Verkäufen in den ersten neun Monaten 2009 auf dem deutschen Markt ist der Alfa MiTo das erfolgreichste Modell von Alfa Romeo. Zwar bringt es der einzige im Modell-Charakter vergleichbare Wettbewerber, der MINI von BMW, im gleichen Zeitraum auf rund 26.000 Neuzulassungen, aber diese Erfolgsgeschichte ist ohnehin ein weiß-blaues Marketing-Wunder und schließlich gibt es vom MINI auch schon drei Karosserie-Varianten.
Da bleibt der dreitürige MiTo, der auf der Basis des Fiat Grande Punto aufbaut, fast schon exklusiv. Trotzdem ist Haico van der Luyt, Vorstand Alfa Romeo Deutschland, mit dem MiTo hochzufrieden: „Alfa ist die einzige Premiummarke in Deutschland mit einem deutlichen Volumenzuwachs.“ Das verdankt Alfa dem MiTo und natürlich auch der Abwrackprämie. Doch eben nicht nur, denn das Konzept eines life-styligen B-Segment-Fahrzeugs passt ohnehin gut in die Zeit. Nicht nur Motoren-Downsizing (mit kleinen, leistungsstarken Turbomotoren) ist angesagt, etliche MiTo Kunden kommen auch von größeren Fahrzeugen und betreiben Modell-Downsizing. Frei nach dem Motto: Lieber einen exklusiven, gut ausgestatteten Kompakten als ein durstiges Mittelklasse-Modell, einen Parkplatz in der City findet man dann eh viel leichter. So wird der Klassen-Abstieg zum Image-Aufstieg und Nachbarn sowie Freunde reagieren nicht mitleidig, sondern neidvoll verblüfft.

Alfa 8C und Alfa MiTo: So wird deutlich, dass sich der Kleine eine dicke Design-Schnitte beim Großen genommen hat.
Laut van der Luyt erzielt der MiTo hohe Eroberungsraten von anderen Marken und rund 85 Prozent der Kunden wählen eine obere Ausstattungsvariante. Das ist gut für die Alfa-Kasse, ebenso wie die Tatsache, dass mit dem MiTo keine Mietwagengeschäfte und keine Tageszulassungen gemacht werden. Stattdessen setzt DB Rent den MiTo in einer dreistelligen Stückzahl ein, um die Wagen unter dem Begriff „Flinkster“ in Ballungsräumen zu Pauschalpreisen stundenweise zu vermieten. Mit diesem neuen Carsharing-Projekt bekommt Alfa urbane Kunden in die Autos, die womöglich sonst nie den Weg zu einem Alfa-Händler gefunden hätten.
Wie zu erwarten sind MiTo Besitzer eher jung als im Rentenalter. Knapp 40 Prozent sind jünger als 40 Jahre und der Privatkundenanteil liegt bei 90 Prozent, auch das ist gut für die Alfa-Kasse. Der neue Alfa Mito 1.4 TB 16V MultiAir wird dank 135 PS und seiner bahnbrechenden Motorentechnik sicher noch weiter zur Verjüngung der Marke beitragen. Dynamik, Lifestyle und ein ausladendes Individualisierungs-Programm ziehen eben Kunden an. Dabei ist die Produktsubstanz selbst, ebenso wie beim MINI, längst nicht in allen Punkten begeisternd. So urteilte kürzlich ein Kollege kritisch: „Zappelige Lenkung, teigige Schaltung, der MiTo ist eben nur ein verformter Punto mit Kulleraugen.“

Haben wollen, fahren wollen: die 500 Exemplare des Alfa 8C Spider haben leider schon alle ihre Besitzer und Liebhaber gefunden.
Darauf entgegnete ein erfahrener Autotester einer Fachzeitschrift voller Überzeugung: „Unsinn, verbesserte Abstimmung und höhere Qualität sind spürbar und erfahrbar.“ Wir überlassen die Entscheidung dem Kunden, Emotion ist bei Alfa ohnehin immer im Spiel. Alfa Romeo, der Name klingt immer noch, er klingt sogar besser als der kleine Turbo-Vierzylinder, der den alten Sound vermissen lässt. Und dass der Alfa-Nimbus höchst lebendig ist, hat ja auch die Tatsache bewiesen, dass sich die limitierten Serien des Alfa 8C und des 8C Spider zum Stückpreis von mindestens 150.000 Euro ruckzuck verkauft haben. Und das bei einer Marke, deren Preisliste ansonsten bei rund 45.000 Euro endet.


