Audi A7 – mit schönem Rücken auf Kundenfang
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Der Audi A7 soll voraussichtlich ab November 2010 dem Mercedes CLS Käufer abjagen – doch die Schwaben sind hellwach und bringen zum Herbst 2010 die zweite Generation des viertürigen Coupés.
Audi bestätigt erneut die Markteinführung des A7 für Ende 2010 und gibt einer Reihe Journalisten im Umfeld der L.A. Motorshow in Kalifornien Gelegenheit, die A7-Studie Concept Sportback zu fahren. Das goldene Conceptcar darf im noblen Beverly Hills zwischen Palmenalleen und Millionärsvillen Schaulaufen, während sein Designer Achim Badstübner den Gästen Form und Farbe erklärt. Dabei ist der Audianer sichtlich stolz, präsentiert er doch mit dem A7 schlicht die schönere Version des soeben vorgestellten A8. Gedacht ist der Wagen, der ausschließlich mit Sechszylinder-Motoren an des Start geht, für die Zielgruppe der kinderlosen Eltern, im Werbe-Deutsch „Empty Nesters“. Also gutbetuchte Paare mittleren bis höheren Alters, deren Kinder gerade oder längst den Haushalt verlassen haben.
Das Leistungsspektrum wird von etwa 200 PS bis 300 PS reichen und soll Lust auf mehr machen. Später wären auch V8- und V10-Varianten denkbar, raunen die Audi-Techniker unüberhörbar. Der Allradantrieb quattro gehört natürlich auch zum Technik-Repertoire des A7, denn nur mit Frontantrieb lassen sich mehr als 250 Pferde nur schlecht auf die Straße bringen. Vom A8 erbt der A7 die Voll-LED-Lampen und das Navi mit Touchpad-Eingabe. Laut Audi passt der A7 genau in die Lücke zwischen A6 Avant und A8 Limousine. Ob da tatsächlich eine Lücke ist, muss der Markt zeigen. Denn so wie das Audi A5 Coupé die Technik des A4 einst vorwegnahm so kommt der A7 mit der Technik des künftigen A6. Dieser erscheint dann 2011 etwas konservativer als der A7 (mit Kofferraumdeckel statt Heckklappe und mit höherem Dach), wird aber im Vergleich zum schönen Coupé-Viertürer vor allem eines sein: Deutlich preisgünstiger, denn der A7 soll hauptsächlich das tun, was alle Coupés tun, designverliebten Kunden für weniger Nutzraum mehr Geld abknöpfen.

Cockpit des Audi A7: Die Studie zeigt noch Holz im Yacht-Design, das hoffentlich nicht völlig dem grauen Serien-Plastik weichen muss.
Bei Mercedes wird diese Aufgabe ab September 2010 vom CLS der zweiten Generation wahrgenommen. Dieser flache Viertürer übernimmt dann die Technik der neuen E-Klasse und hat’s gegenüber dem A7 wesentlich leichter. Er besitzt einen erfolgreichen Vorgänger und vermutlich eine große Zahl von überzeugten Kunden, die als Wiederholungs-Täter von Mercedes umworben werden. Und weil der Vorgänger zurzeit noch zu Preisen ab rund 61.000 Euro verkauft werden muss, spielt Mercedes auch noch nicht so laut auf dem PR-Piano wie Audi.




