Ein Land vor unserer Zeit
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Riesige Stahlmäuler wühlen sich in den Boden, schnappen nach Felsbrocken, graben das Antlitz der Erde um. Spinnenartige Wesen schaufeln sich durch Urwälder, motorisierte Ungetüme walzen auf Ketten und riesenhaften Rädern durchs unwirtliche Gelände.
Wir sehen Blöcke aus Eis, Stein und Granit auf den Stoßzähnen oder im festen Griff kolossaler Fahrzeuge, einige vor dem Hintergrund eines kalten, blauen Mittagshimmels, andere im Sonnenuntergangsrot einer stillen Apokalypse.
Was sich wie ein Endzeitmärchen anhört, sind tatsächliche Arbeitsvorgänge einiger der schwersten Baumaschinen der Welt. Bauforum24 war seit Juni dieses Jahres durch ganz Europa auf Motivsuche, rund 14.000 Kilometer hat das Team dabei zurückgelegt. Nach weiteren vier Monaten Produktionszeit ist ein Kalender mit zwölf höchst eindrucksvollen Motiven entstanden.
Atemberaubende und inszenatorisch hervorragende Bilder zeigen die riesenhaften Baumaschinen in einem dystopischen Setting, das von der Stilistik an Standbilder aus Endzeit-Videospielen erinnert. Die stählernen Maschinen entwickeln im kraftvollen Ausdruck dieser Bilder eine ungeahnte Lebendigkeit, ein teilweise Respekt und Angst einflößendes Eigenleben.
Mich erinnern sie tatsächlich an mechanische Drachen und Dinosaurier, die in ihrem natürlichen Lebensraum ihren Alltag bestreiten. Besonders augenfällig sind die Kulissen. Oft wird die monströse Wirkung der Maschinen erst durch die Enge und Unwegsamkeit des Geländes voll entfaltet. Und in einigen der Bildern ist es gerade die Weite des von Sturm gepflückten oder von Wolken verhangenen Himmels, der die Kolosse einsam, verloren und damit erst wesenhaft erscheinen lässt. Die Menschen sind hier fast ganz verschwunden, existieren nur noch als Erinnerungen einer längst vergangenen Zeit.



