Toyota RAV4: kompaktes SUV, jetzt in schicker Schale
1. Juli 2010 – 09:37 | Kein Kommentar

Toyota hat den RAV4 dezent überarbeitet. Weiterhin gibt es das kompakte SUV wahlweise mit Front- und Allradantrieb ab 23.800 Euro. 
Früher wurden japanische Automobile als Kopien bereits bestehender Modelle noch mit Mitleid belächelt. Mit dem RAV4 …

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Amerika entdeckt den Diesel

Geschrieben von Michael Kirchberger am 11. Dezember 2009 – 09:06
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2 Kommentare
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Deutsche Autos ebnen dem Dieselmotor in den Vereinigten Staaten den Weg. Der Selbstzünder steht in direktem Wettbewerb zu Hybrid-Autos und schlägt sich dabei überraschend gut.

In den feinen Vororten von Los Angeles stehen glamouröse Autos oft aufgereiht wie Debütantinnen beim Opernball. Ferrari, Maserati, Bentley oder Rolls-Royce geben sich die Ehre und führen ein Autoleben im friedvollen miteinander. Dort, wo die Vorgärten nicht mehr ganz so riesig sind, die Zäune den Blick auf die dahinterliegende Villa möglich machen, da sind dann auch Marken wie Audi, BMW, Jaguar und Mercedes-Benz zu sehen. Die haben etwas, was bei den wahren Luxus-Karossen dieses Zeitalters nicht im Angebot ist – den Dieselmotor.

Zu Besuch bei Volkswagen Santa Monica: Vom Jetta Sportwagen (Foto) werden über 90 Prozent mit Diesel geordert

Zu Besuch bei Volkswagen Santa Monica: Vom Jetta Sportwagen (Foto) werden über 90 Prozent mit Diesel geordert.

Den entdeckt Amerika gerade, Audi etwa verkauft 40 Prozent des SUV Q7 mit einem Selbstzünder. Und eine Stufe niedriger, im Volumensegment, wird der Anteil noch größer. Und aus genau diesem Grund ist Sean Homayoun, General Manager bei Volkswagen Santa Monica, mit seinem Geschäftsleben sehr zufrieden. Eine ganze Reihe von Kunden haben eine neue Bescheidenheit entdeckt und ziehen in der sehr unamerikanischen Tugend namens Demut den Hut vor einer Technik, die lange verpönt, weil vermeintlich schmutzig war. Einige begnügen sich mit einem VW Jetta, auch der Touareg wird gerne genommen. Homayouns Betrieb floriert, den deutschen Diesel-Autos sei Dank.

Die Wirtschaftskrise hat wohl das Bewusstsein verändert, sagen Analysten. Sicher wurden weniger Autos verkauft, aber VW, so meint Mister Homayoun, steht im Vergleich zu anderen prima da. 6,1 Prozent haben die Wolfsburger in der Neuen Welt weniger verkauft als im Vorjahreszeitraum, dabei ist der Gesamtmarkt jedoch um 23,9 Prozent geschrumpft. VW hat den Marktanteil von 1,7 auf 2,2 Prozent erhöhen können. Und einer der Gründe für den Erfolg ist das umfassende Angebot an Dieselmodellen, so Sean Homayoun. „Amerika entdeckt den Diesel“, sagt er. „Es ist gar nicht lange her, da waren die Dieselautos völlige Exoten, außerdem war Diesel an der Tankstelle teurer als Benzin, und alle haben gesagt, dass Diesel stinkt und nur für Lastwagen und Busse taugt. Das hat sich ganz stark geändert.“ VW verkauft 25 Prozent der Jetta-Baureihe in Amerika mit Dieselmotor, bei Golf und Touareg sind es immerhin 37 Prozent und beim Jetta Sportwagen, wie der Golf Variant dort getauft wurde, macht der Selbstzünder unglaubliche 92 Prozent aus.

Gewiss hat der stark gesunkene Dieselpreis dabei eine wichtige Rolle gespielt, er liegt mittlerweile bis zu 40 Cent je Gallone unter dem für Benzin. Auch die Zahl der Tankstellen, die den öligen Sprit anbieten, ist gestiegen. Es seien immer noch nicht genug, sagt Sean Homayoun, aber es würden immer mehr. Damit die Kunden trotz der erheblich größeren Reichweite als bei Benzinern nicht plötzlich ohne Versorgungsmöglichkeit liegen bleiben, hat VW im Navigationssystem alle Tankstellen aufgeführt, die den schwefelarmen Diesel T2 anbieten. Diese Stationen sind auf die Fahrer von Personenwagen eingestellt, die Trucker-Romantik mit öligen Lachen um die Zapfsäule und derben Scherzen beim Tanken zwischen den riesigen Lastwagen bleibt ihnen somit erspart.

Treibstoff-Preise in USA: Diesel ist billiger als Benzin und Super und wird auch dadurch gesellschaftsfähig

Treibstoff-Preise in den USA: Diesel ist billiger als Benzin und Super und wird auch dadurch gesellschaftsfähig.

Homayoun fährt selber einen Touareg TDI. Und ist glaubhaft begeistert. Nicht nur, weil er die Wagen verkaufen muss. Beinahe jeder, der endlich mal eine Probefahrt macht, sei rasch überzeugt vom Drehmoment und der Laufkultur. Man höre es ja nicht mal mehr, dass da kein Benziner unter der Haube schnurrt. Und die Milage-Angabe, die Zahl der Meilen, die man mit einer Gallone Treibstoff zurücklegen kann, wollten die meisten zunächst gar nicht glauben. Und wer sich einmal auf den Diesel eingelassen habe, der bleibe ihm treu, sagt der kalifornische Autoverkäufer. Nur die bei VW, die könnten etwas mehr tun, damit sich die frohe Kunde schneller und nachhaltiger verbreitet, meint er. Der Beliebtheit der Hybrid-Fahrzeuge habe man nun wirklich etwas entgegenzusetzen: „Wir haben ja mehrere Betriebe und verkaufen unter anderem auch Toyota und Lexus. Aber mit der Nachfrage nach dem Diesel aus Deutschland, mit der kann im Augenblick kein Hybrid-Modell mithalten.“ Die Zeiten scheinen sich zu ändern.

2 Kommentare »

  • Kurt Schäfer sagt:

    Ich habe an dieser Stelle völlig andere Erfahrungen gemacht: die Amerikaner wollen insgesamt keinen Diesel, weil Ihnen, anders als in Deutschland, klar ist, dass die Rußabgase für Lungenkrebs verantwortlich sind. Die Bessere Alternative wird im Hybridantrieb gesehen. Dies wird noch dadurch unterstrichen, dass Hybridfahrzeuge in einen Bundesstatten die Bus- und Taxispuren nutzen dürfen. Also bitte keine von VW geschönten Darstellungen.

  • Michael Kirchberger sagt:

    Die Zahlen basieren nicht auf VW-Angaben sondern offiziellen Statistiken der us-amerikanischen Bundesstaaten. Von “Schönen” kann also keine Rede sein. Außerdem ist es doch begrüßenswert, dass die Kunden statt benzinschluckenden Ozonkillern sparsame Diesel kaufen, die mit serienmäßigen Denox-Kats und Partikelfiltern auch hinsichtlich der Gesundheit aller weitaus verträglicher sind statt Hybrid- oder Elektrofahrzeuge, bei denen völlig unklar ist, wie sie bzw. ihre Bauteile (Elektronikschrott/Batterie nach Ghana zu den kleinen Kindern schicken?) dereinst entsorgt werden sollen.

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