Lotus ist wieder da
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Während hierzulande die Welle der Spekulationen über Schumis Rückkehr zu Mercedes und in die Formel 1 schier überschwappt, bereiten sich andere andernorts auf ein kaum minder spektakuläres Comeback vor: Der legendäre Name Lotus wird wieder in der Königsklasse des Motorsports auftauchen. Der malaysische Premierminister machte die Bekanntgabe der Fahrer heute zu einem Staatsakt.

Nach seinem Sieg 2008 in Ungarn für McLaren fährt der Finne Heikki Kovalainen im nächsten Jahr für Lotus in der Formel 1.
Lotus! Da werden Erinnerungen wach an Männer wie Jim Clark, Jochen Rindt (nach seinem Todessturz in Monza 1970 einziger Fahrer, der posthum Weltmeister wurde), Ronnie Peterson, Emerson Fittipaldi, Mario Andretti, Ayrton Senna oder Elio de Angelis – Stars der 70er und frühen 80er Jahre, die für den genialen Colin Chapman grandiose Siege, Weltmeistertitel und Konstrukteurs-Championate zuhauf hereinfuhren. Nach Chapmans Tod 1982 wurde es allmählich stiller um den Rennstall, der lange in der obersten Liga der Formel-1-Teams mitgespielt hatte. Schließlich, 1994, gab Lotus auf.
Jetzt, nach 16 Jahren Abstinenz, tritt ein neues Lotus-Team mit dem klangvollen alten Namen wieder an. Mehr als den Namen hat die neue Mannschaft aber kaum gemein mit der alten Herrlichkeit. Immerhin hat Lotus F1 seinen Startplatz für die kommende Saison fix. Das malaysisch-britische Team baut auf das Organisations- und Business-Talent Tony Fernandes, der sich Sporen und Finanzen als Gründer und Betreiber einer Fluglinie erworben hat. Den technischen Part übernimmt ein alter Bekannter: Mike Gascoyne, seit zwei Jahrzehnten Inventar der Formel 1 mit erfolgreichen Spuren bei Jordan, Renault, Toyota und Force India. Wie gut sich das neue Team unter den neuen Prämissen der nächstjährigen Formel 1 (u.a. strenge Kostenrestriktionen) schlagen kann, hängt sehr von der Leistungsfähigkeit der Piloten ab.

Für den italienischen Rennfahrer Jarno Trulli spricht in erster Linie seine große Erfahrung, was dem neuen Lotus-Team nur zum Positiven gereichen kann.
Als der malaysische Ministerpräsident Najib b. Tun Abdul Razak die Fahrer heute präsentierte, hob das Team stolz hervor, dass es zwei Grand-Prix-Sieger unter Vertrag nehmen konnte. Nämlich den Italiener Jarno Trulli (Sieg in Monaco 2004 auf Renault) und den Finnen Heikki Kovalainen (Sieg in Ungarn 2008 auf McLaren). Lotus ist also wieder da. Ob das Team wieder dahin kommt, wozu der große Name verpflichtet, wird sich herausstellen.


