Der Berg erwartet die neue Land Cruiser Generation
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Steinige Felshänge, knietiefer Schlamm oder einfach mal eben schnell zur Oper: Der Toyota Land Cruiser ist nahezu auf jedem Terrain zuhause. Nun startet der Nachfolger, der sowohl im Gelände als auch auf der Straße noch mal deutlich zugelegt hat.
Seit 1951 gilt Toyotas Land Cruiser als unverwüstliches Arbeitstier, als kräftiges Zugfahrzeug oder einfach nur als geräumiger Transporter. Mit den Jahren ist er gereift und stetig verbessert worden. Dies gilt auch für den jüngsten Offroad-Riesen aus Toyotas Stall, der wieder als Drei- und Fünftürer angeboten wird. Um es vorwegzunehmen: Er ist der beste Land Cruiser, der jemals gebaut wurde.

Nie war er so gut wie heute: Für den Land Cruiser ist Klettern und Wühlen kein Problem, eher eine Fingerübung. Dabei hat er in der Performance sogar noch deutlich hinzugewonnen und glänzt auch auf der Straße mit angenehmem Fahrkomfort.
Massive Doppelquerlenker vorn, nebst robuster Mehrfachlenkerachse hinten: Schon der erste Blick unter den neuen Land Cruiser verrät, dass er nicht zum weichgespülten SUV verkommen ist. Der will es weiterhin wissen und meint es richtig ernst. Sein klassischer Leiterrahmen, der für die notwendige Verwindungssteifigkeit fern der Straße sorgt, wurde im Vergleich zum Vorgänger sogar nochmals um elf Prozent verstärkt. Als Garant für beste Traktion unter widrigen Bedingungen bleibt es natürlich weiterhin beim permanenten Allradantrieb samt Getriebeuntersetzung, zentralem Torsen-Differenzial und hinterer Sperre. Alles schon mal da gewesen. Nichts Neues? Von wegen.
Wäre da nicht eine kleine, exklusive Besonderheit im Antriebsstrang: Der Clou hört auf den Namen Crawl-Control. Mit ihr bewältigt der Land Cruiser Steigungen oder Gefälle von ganz allein, selbst in extremem Gelände. Ein Knopfdruck genügt, der Fahrer muss nur noch schauen, wo er hinlenkt. Gasgeben oder Bremsen regelt die ausgeklügelte Elektronik, und zwar vollautomatisch, ohne dass dabei die Räder durchdrehen oder gar blockieren. Je nach Untergrundbeschaffenheit sind vier Stufen (Matsch, Sand, Schotter, Buckelpiste) vorwählbar. Dabei regelt das System so feinfühlig und verlässlich, dass selbst ungeübte Hobby-Kraxler mit ihm auf Anhieb problemlos zurechtkommen. Noch nie war das Kraxeln mit dem Land Cruiser so einfach wie heute. Auf geht’s! Bäume, Berge, wo seid ihr?
Szenenwechsel Onroad: unAUTOdox wählte den Fünftürer und drehte erste Runden auf dem Asphalt. Unter der markanten Haube des Land Cruiser schlägt ein 3,0-Liter-Turbodiesel. Der Selbstzünder leistet 173 PS, das maximale Drehmoment beträgt 410 Nm und liegt bei frühen 1.600 Umdrehungen pro Minute. Laut Werksangabe soll der Vierzylinder im Schnitt nur 8,1 Liter Diesel verbrauchen. Zwei Ausgleichswellen kümmern sich um eine geschmeidige Laufkultur und überhaupt erweist sich der Land Cruiser als überraschend leises Reisefahrzeug.

Rock 'n' Roll: Im Gelände zeigt der neue Land Cruiser, was in ihm steckt. Die Crawl-Control-Funktion ist in vier Stufen regelbar und erklimmt Berge vollautomatisch. Der Fahrer braucht sich nur noch auf das Lenken zu konzentrieren.
Unterstützt wird der harmonische Eindruck noch von der sanft agierenden Fünfstufenautomatik (2.200 Euro Aufpreis, Serie bei den Topmodellen Executive und TEC-Edition). Einzig auf der Autobahn oder beim Überholen wünscht man sich vom Turbodiesel etwas mehr Durchzugskraft. Kein Wunder, denn das Dickschiff wiegt in der Topversion immerhin 2,4 Tonnen und kann noch zusätzlich bis zu 3.500 Kilogramm an den Haken nehmen. Gerade Gespannfahrer würden ihm ein wenig mehr Kraftreserven danken. Dafür entschädigt der Land Cruiser mit seinem schluckfreudigen Fahrwerk und einem hohen Komfort. Viele elektronische Helfer tragen dazu bei, wie etwa KDSS (Kinetic Dynamic Suspension System) und AVSS (Adaptive Variable Suspension System), die bei Kurvenfahrt die Seitenneigung der Karosserie kräftig minimieren, andererseits aber abseits befestigter Pisten ein höchstmögliche Achsverschränkung ermöglichen.
Also wieder ab ins Gelände. Insgesamt vier Kameras an Front, Heck und den beiden Außenspiegeln helfen dabei, den bulligen Asiaten zentimetergenau durchs Dickicht zu dirigieren. Ein Blick auf den Sieben-Zoll-Monitor im Innern genügt, und man weiß Bescheid, was um uns herum so passiert. Zusätzlich informiert der Bildschirm über die derzeitige Lenkwinkel-Einblendung.

Edel und robust: Das neue Cockpit mit modernen Optitron-Instrumenten gefällt. Massiv wie ein Turm bäumt sich die Mittelkonsole auf. Alle Materialien und die passgenaue Verarbeitung hinterlassen einen hochwertigen Eindruck.
So ist man frühzeitig vor auftauchenden Hindernissen gewarnt und kann ihnen locker vorher ausweichen. Die spezielle Weitwinkelkamera am Kühlergrill kann sogar noch mehr: Erklimmt der Land Cruiser einen steilen Hang, ermöglicht die Optik einen vorausschauenden Blick über die Geländekuppe, noch bevor der Fahrer den Gipfel erreicht hat und durch die Windschutzscheibe zunächst rein gar nichts sieht – allenfalls den blauen Himmel vor ihm. Wir finden, Weitblick kann nie schaden, Prädikat absolut empfehlenswert.
Der neue Land Cruiser 3.0 D-4D beginnt bei 36.950 Euro, der knapp 27 Zentimeter längere Fünftürer (4,76 Meter) kostet 2.750 Euro mehr. Die Sicherheitsausstattung ist mit sieben Airbags, darunter einem Knieairbag für den Fahrer komplett. Für 1.800 Euro extra ist auch ein radargestütztes Pre-Crash Safety-System mit im Angebot. Es kann Unfälle schon im Ansatz erkennen, spannt die Sicherheitsgurte der Vordersitze vorsorglich vor und bremst den Land Cruiser im Notfall ab, sollte der Fahrer mal nicht reagieren. Einen kleinen Wermutstropfen hat die Sache aber dann doch: Pre-Crash Safety steht nur für die 65.500 Euro teure Topversion TEC-Edition zur Verfügung. Das ist einfach schade.


