VW Touareg mit „Late Night Show“: Gelände leicht bei Candlelight
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VW stellt den neuen Touareg vor. Kleiner, sparsamer, geländetauglicher und komfortabler soll er sein.
Der Ruf brauste einem Donnerhall gleich durch die bayrische Landeshauptstadt, wie in den schönsten Zeiten der Fettlebe zelebrierte VW am Abend des 10. Februar im schneeverwehten München die Premiere des neuen Touareg. Er ist zwei Zentimeter niedriger als das Vorgängermodell. Vor allem aber gut 200 Kilogramm leichter, das soll ihm eine Spitzenposition in der Klasse der großen SUVs sichern. Die mächtigen V10-Diesel und W12-Benziner blieben aus Gründen extremer Treibstoffabhängigkeit auf der Strecke, dafür kam ein Hybrid-Modell mit ins Bayrische. Ebenso wie Stars und Sternchen, die das Fest ums SUV hinter strengen Zugangskontrollen und vor einer Kulisse aus Wüste und Großstadt optisch und gesellschaftlich aufwerten mussten. Die ewige Supernase Thomas Gottschalk moderierte im Stile einer Late Night Show durch den Abend und glänzte durch Unkenntnis der Technik. Die erklärten Harald Ludanek, Leiter Gesamtentwicklung Fahrzeug, live und der Technikchef des Konzerns, Ulrich Hackenberg, per Videoeinspielung. Aufsichtstratsvorsitzender Ferdinand Piëch und Konzern-Vorstand Martin Winterkorn applaudierten pflichtgemäß. Aber auch keiner der geladenen Gäste wurde auf der Bühne müde, die Vorzüge des neuen Touareg zu preisen. Die Schauspieler Thomas Heinze und Thomas Kretschmann ebenso wie die ukrainische Künstlerin Xenia („I love Volkswagen“), die Bilder aus Sand zum Thema der Rallye Dakar inszenierte. Die hat VW dreifach gewonnen, das haben die Gäste nach der gut zehnminütigen Vorstellung irgendwann begriffen, kein Motiv entwarf die Sandfrau ohne übergroße VW-Logos dazuzusetzen. Am ehesten mochten die etwas kritischeren Gäste den Worten des Rallye-Siegers Carlos Sainz Glauben schenken, der Spanier hat den Race-Touareg (der mit dem ehemaligen wie zukünftigen Serienmodell allerdings kaum eine Schraube gemein hat) über rund 14.000 Kilometer durch die Wildnis Südamerikas gesteuert.

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Der Abend war so illuster wie seine Gäste. Rock-Urgestein Leslie „Dschingis Khan“ Mandoki und Violin-Säge David Garrett spielten die Musik dazu. Die Late Night Touareg Show zeigte aber einmal mehr, dass Autos heute wohl kaum mehr für sich stehen, sondern zunehmend im gesellschaftlichen Umfeld, wie immer das gestaltet wird, präsentiert werden. Gerade SUVs haben es schwer und bedürfen offensichtlich besonderer Starthilfe. Zwar haben sie im vergangenen Jahr anders als die Mittel- oder höheren Klassen von Limousinen nochmal zart zulegen können, doch die fast beschwörende Argumentation von VW für den neuen Touareg zeigt, auf welch dünnem Eis man sich mittlerweile bewegt.
Ach ja, der Touareg. Den gibt es zunächst in drei Motorversionen. Als Hybridwagen mit einem V6-TSI (Direkteinspritzer-Kompressor), der mit einer 34 kW (47 PS) starken E-Maschine kombiniert wird. Die Gesamtleistung des Antriebs liegt bei 279 kW (380 PS), der Verbrauch bei 8,2 Liter Benzin für 100 Kilometer. Zweites Triebwerk ist der Dreiliter-V6-TDI mit 176 kW (240 PS), Spitzenmaschine der 4,2-Liter-V8 (250 kW/340 PS), der 800 Nm Drehmoment abgibt. Nachgeschoben werden der V6 TDI mit 277 kW (204 PS) als Ersatz für den ebenfalls nicht mehr angebotenen Fünfzylinder-Diesel und ein V6-Benziner mit 3,6 Liter Volumen, der aber vornehmlich für Amerika vorgesehen ist.

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Innen gibt es Luxus und feines Material, um 16 Zentimeter lässt sich die Rückbank in Längsrichtung verschieben. Ihre Lehnen klappen auf Wunsch ebenso elektrisch betrieben um wie die Heckklappe auf und zu. Das Kofferraumvolumen liegt bei minimal 580 Liter, das größte Volumen steht mit 1.642 Liter bereit. Serie sind eine achtstufige Automatik für alle Motorversionen und der Allradantrieb 4motion. Für noch bessere Off-Road-Eigenschaften können Geländespieler die Version 4Xmotion bestellen, hier finden sie unter anderem eine Getriebeuntersetzung und Differenzialsperren.
Der Preis ist heiß, um im Showgeschäft zu bleiben. Manch einer wird zurückschrecken, als habe er sich daran die Finger verbrannt. Rund 48.000 Euro wird der Basis-Touareg vermutlich kosten, wenn er im April zu den Händlern kommt. Der Porsche Cayenne, der sich mit dem VW-SUV die Plattform teilt und im gleichen Konzernwerk gebaut wird, tritt ein paar Tage später am 8. Mai an. Auch gleich mit der gemeinsam entwickelten Hybrid-Technik, aber wohl nochmals um ein paar Euro teurer.



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