Die Formel-1-Saison 2010 nimmt Konturen an
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Ein zurückkehrender Superstar, völlig neue Namen, Konstellationen und Teams, Testfahrten mit nicht vergleichbaren Ergebnissen – die Formel 1 sortiert sich allmählich.

Schumi im Mercedes GP Petronas: Die Erwartungen sind so hoch, dass „Mr. Shoemaker“ sie selbst gerne dämpft.
Während alle Welt den Namen des berühmten Comebacker’s Michael Schumacher im Munde führt, wird sich die Branche schnell mit neuen, ungewohnten Namen anfreunden müssen: Während Pedro de la Rosa/E (Sauber-Ferrari) oder Jaime Alguersuari/E und Sebastian Buemi/E (beide Torro Rosso-Ferrari) zwar bisher seltener erwähnt, aber immerhin schon in der Formel 1 aufgetaucht waren, kommen andere für Nichtinsider praktisch aus dem motorsportlichen Niemandsland: Wer sind Niko Hülkenberg/D (Williams-Cosworth), Gary Paffet/GB, Kamui Kobajashi/J (Sauber-Ferrari), Witalij Petrow/RUS (Renault) oder etwa Fairuz Fauzy/MY (Lotus)? Die Frage ist ungerecht genug: Die jungen Männer haben allesamt ihre Sporen im harten Renngeschäft der von der Formel 1 überstrahlten Motorsportszene verdient, haben knallharte Zweikämpfe gewonnen und Meistertitel erobert. Und dennoch sind sie vor der am 14. März in Bahrain beginnenden Saison die Nobodys. Entsprechend sensationell klingt es dann, wenn es am Abschluss einer der wenigen Testfahrten heißt: „Alguersuari Schnellster im Regen“ („MOTORSPORT-aktuell.com“, 12. Februar).
Solche „Sensationen“ bedürfen der Relativierung. Was sind die Testergebnisse wirklich wert? Die einen fahren im Regen, die anderen im Trockenen, wie viel sie im Tank haben, wissen jeweils nur eine Handvoll Eingeweihte; ob, wer in Valencia mit guten Zeiten glänzte, auch in Jerez ganz vorn wäre, wenn er denn dort führe, weiß kein Mensch. Andere, wie das neue Team Virgin, sind noch nicht recht, wieder andere, Lotus, noch gar nicht zum Fahren gekommen. Es darf geahnt werden, dass, wenn es dann richtig losgeht, die üblichen Verdächtigen vornweg fahren. Aber in welcher Reihenfolge und mit welchen Performance-Unterschieden – das lässt sich derzeit allenfalls aus dem Kaffeesatz lesen.

Der neue Lotus F1 T127: Fairuz Fauzy, Heikki Kovalainen und Jarno Trulli bringen Kampfgeist und Erfahrung ins Team.
Eines aber ist sicher: Die Formel 1 wird in der vor uns liegenden Saison mehr Spannung bieten als in so manchem Jahr zuvor. Natürlich fiebern alle Schumis erstem Showdown entgegen. Wir wollen sehen, wie sich McLaren in die neue Rolle als Mercedes-„Kunde“ findet, was Sauber in der neuen Konstellation leisten kann und ob Fernando Alonso das springende Ferrari-Pferd in Trab bringt, wie Felipe Massa seinen Unfall verarbeitet hat. Ob bei Red Bull wieder ein großer Wurf gelungen ist, so dass Sebastian Vettel auftrumpfen kann, und wie sich Nico Rosberg gegen Schumi schlägt. Prickelnde Fragen. Doch auch hinter der Spitze sollte ordentlich was los sein: Der erste Russe in der Formel 1, die deutsche Nachwuchs-Hoffnung Hülkenberg und die Wiederauferstehung von Lotus. Wir dürfen uns auf unterhaltsame Rennen freuen. Apropos Lotus: Das neue Auto wurde erst am Freitag in London vorgestellt. Jetzt muss es nur noch schnell rennen, um den eigenen Ansprüchen zu genügen. In dunklem Grün soll es an glorreiche Lotus-Zeiten erinnern.


