Mercedes Studie F 800 Style – „Auto Bild“: „… nicht nur die C-Klasse der Zukunft“
Kein Kommentar
1,839 views
Gerade recht für die Sonntagszeitungen jagt der dynamische F 800 seit gestern durch die Medien. Egal ob Vorgeschmack auf die künftige C-Klasse oder Traum der Designer, selten sah ein Mercedes so knackig aus.

Mercedes F 800 Style: Die überraschend dynamische Studie wird auf dem Genfer Auto-Salon Premiere feiern.
Diese Studie wirft Fragen auf. Hat der Mercedes Design-Chef Gorden Wagener mit Chris Bangle einen neuen freien Mitarbeiter? Wie lange läuft Bangles Konkurrenz-Ausschluss aus seinem BMW-Vertrag? Wie auch immer, diese Studie hat Präsenz, mit stark konturierten Flanken, kräftigen Falzen und einer modellierten Motorhaube, die ebenso wie das ganze Auto auch von BMW kommen könnte. Kompliment, wenn die nächste C-Klasse, die in etwa vier Jahren Realität wird, nur einen Hauch des F 800 Designs abbekommt, dann wird Mercedes tatsächlich jünger und dynamischer. Dann benötigt der Stern keinen Schumi und keine Formel 1, um zu glänzen, dann geht einfach Kraft und Dynamik allein vom Produkt aus. Und so sollte es ja auch sein. Produkte prägen das Gesicht einer Marke, Marketing kann nur helfen und verkünden, was überzeugende Produkte darstellen. Oder bestenfalls (für Kunden im schlechtesten Fall) kann Marketing schwache Produkte zeitweise gut aussehen lassen, aber eben immer nur kurzzeitig. Irgendwann kommt die Wahrheit raus.

Typisch Studie: Hintere Schiebetüren und Karosserie ohne B-Säule wird es in Serie nicht so bald geben.
Auto Bild und auto, motor und sport sind sich auf ihren Websites einig, andere Medien bezeichnen den F 800 als Vorgeschmack auf die nächste Mercedes E-Klasse. Das erscheint jedoch eher unwahrscheinlich, weil eine E-Klasse nie so jung und sportlich daherkommen muss und weil die aktuelle Version erst knapp ein Jahr auf dem Markt ist. Die Schwaben selbst bezeichnen den F 800 als Forschungsauto, mit dem sie Anfang März zum Genfer Salon gehen und Kunden-Feedback abfragen wollen.
Hier noch ein paar Fakten zur Studie: Plug-In-Hybrid, mit Lithium-Ionen-Akku im Kofferraum und einem 109 PS starken E-Motor zwischen Getriebe und V6-Benziner, der 120 km/h schnell und 30 Kilometer weit elektrisch fahren kann. Erst bei höheren Geschwindigkeiten schaltet sich der etwa 300 PS starke Verbrenner zu. So kommt die Studie theoretisch auf einen Gesamtverbrauch von 2,9 Litern und einen CO2-Ausstoß von 68 g/km.

Guter Abgang beim F 800: Seitliche Sicken laufen bis zu den Rückleuchten, der scharfe Abschluss könnte auch vom Audi A5 Sportback stammen.
Mercedes legt den Schwerpunkt derzeit auf effiziente Antriebe. Doch dass Sicherheit zum Markenkern gehört, versteht sich von selbst. Deshalb wartet der F 800 auch wieder mit weiterentwickelten Assistenzsystemen auf. So guckt PreSafe jetzt auch nach hinten und mindert die Folgen vieler Auffahrunfälle. Und wo im Stau die Distronic Plus Tempo und Abstand geregelt hat, greift sie beim F 800 jetzt in die Lenkung ein. Bis 40 km/h folgt sie ohne Aktion des Fahrers dem Vordermann, solange der in der Spur bleibt und nicht abbiegt.
unAUTOdox: Vieles am F 800 ist noch Zukunftsmusik und manches scheinbar nur eine Spielerei. Doch Zweifler sollten sicher sein, die Mercedes-Techniker machen bei den Forschungsfahrzeugen nichts, was völlig aus der Luft gegriffen ist. Für Spielereien ist schlicht kein Geld da. Wir werden also überraschend viel der F 800 Techniken in der Serie sehen. Hoffentlich wird auch das Design aus den Hallen des Genfer Autosalons bald auf die Straßen finden.


