Traum-Einstand für Mercedes und Schumi in Bahrain
Kein Kommentar
4.735 views
Erster Showdown in der Formel-1-Saison 2010. Alle Augen schauen auf Mercedes und Schumi. Und vier Mercedes-Motoren auf den ersten vier Plätzen des inoffiziellen Freitags-Ergebnisses. Mehr geht nicht. Ob das gutgeht?

Nico Rosberg – am Freitag mit der schnellsten Rundenzeit unterwegs in Bahrain, also zwei Plätze vor Schumi. Bravo!
Mal kurz ausblenden, was danach kommt. Heute hat die erste Stunde der Zeitrechnung nach Schumis Rückkehr in die Formel 1 geschlagen. Mit Platz drei im zweiten freien Training – das ist für heute der erste offizielle Stand der Dinge – hat der siebenfache Weltmeister erst mal einen Traumstart hingelegt. Nicht nur, dass ein solches (Zwischen-)Resultat an sich schon eine Leistung darstellt, die dem Oldie zu aller Ehre gereicht. Sie ist auch in kommunikativer Hinsicht ideal. Michael hat auf Anhieb den Nachweis erbracht, dass er „bei der Musik ist“. Andererseits ist Platz drei ein Resultat, das den ohnehin schon vorhandenen Hype nicht ins Unermessliche steigert. – Gewissermaßen ein moderates, aber ein Ergebnis nach Maß. Und das ist aus kommunikativer Sicht in der Lage für Mercedes und Schumi das Optimum – als hätten sie’s drauf angelegt.

Der Super-Champion im Silberpfeil – Schumi kam im Freitags-Training auf Platz drei, nur Rosberg und Hamilton waren schneller.
Zum ersten Mal seit 1955 starten wieder echte Silberpfeile im Grand-Prix-Sport, jeder ist auf das Comeback des Michael S. gespannt – da wäre ein Fehlstart desaströs gewesen. Und dann diese Punktlandung! Schumacher ist nicht Erster, und das ist gut so. Dafür aber sein Mercedes-Teamgefährte, der talentierte und aufstrebende Nico Rosberg. Schon so gesehen, kann es nicht besser laufen für Norbert Haug, den Mercedes-Rennleiter, selbst Kommunikationsprofi vom Scheitel bis zur Sohle.
Nein, nicht genug mit den Plätzen eins und drei für die erfolgsverdammte Stuttgarter Truppe. Schumacher ist auch noch eingerahmt vom Mercedes-„Kundenteam“ McLaren: der Weltmeister von 2008, Louis Hamilton, vor, der amtierende, Jenson Button, hinter ihm. Bei einer solchen Ausgangslage kann Haug, von Hans-Joachim Stuck befragt, getrost tiefstapeln und auf die noch zu erwartende Performance von Red Bull, Renault oder Ferrari verweisen. Am Trainings-Freitag also eine Traumlage aus kommunikativer Sicht. Abwarten – und angesichts der vorgelegten Leistung – wohlwollender Glückwunsch an Schumi und Co.

Die Mercedes-Piloten: Rosberg (links) und Super-Schumi, im Hintergrund Ersatzfahrer Nick Heidfeld, leider enthauptet.
Noch ein Wort zu Strietzel Stuck: Wer möchte nicht Mäuschen gewesen sein bei den Verhandlungen mit seinem Arbeitgeber VW, wie er sich dort hat genehmigen lassen, als Co-Moderator beim Privatsender DSF zu fungieren. Stuck ist zu sehr Motorsport-Fan, als das er sich eine solche Aufgabe entgehen lassen könnte. Aber er ist clever und glaubwürdig genug, den Spagat zu schaffen, als VW-Repräsentant seine fachkundige Meinung zu sagen. Das ist nicht so selbstverständlich. Im globalen Wettbewerb sind nämlich alle, auch die noch in der Formel 1 engagierten Hersteller, harte Wettbewerber. Und da muss einer schon – siehe Stuck – was im Kreuz haben, einen Konkurrenten zu loben. Chapeau, Strietzel!


