Kehrt BMW in die DTM zurück?
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Die Medien spekulieren über eine Neuorientierung der Bayern im Motorsport. Und die schweigen dazu. Grundsätzlich dürfte BMW an einer Teilnahme an der DTM interessiert sein. Im Wesentlichen geht es darum, beim neuen Reglement mit den Kontrahenten Audi und Mercedes auf einen Nenner zu kommen: weiter so wie bisher oder eine Öffnung hin zu den BMW Wünschen? Interessierte schüren die Gerüchte. Oder: vom Versuch, jemanden zu seinem Glück zu zwingen.

DTM Audi A4 mit V8-Motor und Hinterradantrieb: die Geburt eines serienfernen Reglements – fast wie bei einer Silhouette-Formel, die Renner ähneln nur optisch den Serienautos
Um über diese Meldung zu stolpern, muss der Leser keineswegs ein eingefleischter Motorsport-Fan sein. Nicht wegen des Inhalts, denn über den wird schon seit geraumer Zeit spekuliert. Nein, vielmehr über die Art, wie sie zustande kommt und wie Medien mit – unbestätigten – Informationen umgehen. BMW vor Rückkehr“ in die DTM war am Montagmorgen in den Tageszeitungen zu lesen und geistert nun als News durchs weltweite Netz. BMW steht den „Deutschen Tourenwagen-Masters“ traditionell kritisch gegenüber, weil ihr technisches Reglement nicht dem Geschmack der Bayern entspricht. „Zu weit entfernt von der Serientechnik.“ Andererseits sucht BMW nach dem Ausstieg aus der Formel 1 nach einem neuen, ähnlich attraktiven Einsatzgebiet.
Es ist bekannt, dass deshalb mit allen beteiligten Interessengruppen wegen einer Kompromiss-Formel verhandelt wird. Ein positiver Abschluss dieser Verhandlungen ist zwar zu erwarten. Aber wie das so in der Natur der Sache liegt, muss manches Detail fixiert sein, ehe der Poker vollendet ist. Es ist doch so: Sitzen Vertreter von drei motorsportbeflissenen Herstellern beieinander, dann gibt jeder vor, sich um ein Maximum an Chancengleichheit zu bemühen. Und insgeheim denkt er: „Und das unter Ausbau oder zumindest Wahrung des eigenen Vorsprungs …“

BMW M3 GT2 im Langstreckenrennsport: Technisch viel näher an einem Serienwagen, aber was wäre mit Audi bei einem solchen Reglement? Chancenlos mit Frontantrieb oder technisch überlegen mit quattro?
Da dieser Prozess der Angleichung offenbar noch nicht abgeschlossen ist, muss es schon verwundern, wenn den Medien jetzt erzählt wird, BMW sei so weit. Das wirft die Frage auf, ob nicht mit gezielten Indiskretionen sanfter Druck ausgeübt werden soll. Ob nicht BMW via Berichterstattung gezwungen werden soll, endlich ja zu sagen.
Interessanterweise wird ein Sprecher der ITR (Dachverband der DTM) zitiert und wie zur Bestätigung dessen, was der über BMW sagt, erzählt auch noch ein Repräsentant eines der potenziellen Wettbewerber von „guten Gesprächen“. BMW selbst wird überhaupt nicht zitiert. Dass BMW gute Gründe haben könnte, sich momentan nicht zu dem „Einstieg“ zu äußern, bleibt in der Berichterstattung unerwähnt. Ist München nicht gefragt worden oder hat man dort keine Antwort bekommen? Eine Frage, die in der aktuellen Berichterstattung offen bleibt – ebenso wie die nach der Einhaltung der journalistischen Sorgfaltspflicht.



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