Drei Audi in Le Mans vorn – aber Tageszeitungen haben kaum Platz dafür
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Audi mit Dreifach-Sieg in einem der wichtigsten Autorennen des Jahres. Aber im Trubel um Fußball-WM und Formel 1 verliert sich der Triumph bei der Berichterstattung in der Bedeutungslosigkeit.

Drei Audi auf dem Weg zum Sieg beim Langstrecken-Klassiker – tolle Leistung, aber nur möglich. weil die Peugeots verglühten.
Die Proportionen im Sportteil der Süddeutschen Zeitung spiegeln recht genau und ziemlich schonungslos wider, wo der Motorsport in der von Redaktionen gefühlten Beliebtheit des allgemeinen Publikums steht: Die Fußball-WM füllt am Montagmorgen sage und schreibe neun Seiten. O.k., ein großer Teil davon entfällt auf den eindrucksvollen deutschen Auftakt-Sieg. Aber neun (!) Seiten.
Immerhin eine dreiviertel Seite wird dem Großen Preis von Kanada gewidmet. Aber nicht nur, weil ein ereignisreiches Rennen mit hinter den Erwartungen zurückbleibenden Ergebnissen der deutschen Mitstreiter beschrieben sein will.
Sondern weil Montreal als Wiedereinsteiger – nach einem Jahr der Ächtung durch die Sporthoheit – dem Berichterstatter als Beispiel dafür einen Vierspalter wert ist, dass man hier vieles besser macht als andernorts. Zum Beispiel: Hier versprüht die Formel 1, so empfindet der Reporter, wieder ihren Charme.
So weit, so gut. Und dann war da noch eine 30-Zeilen-Story über die 24-Stunden von Le Mans. Wie sehr aber müssen sich die Audi-Leute grämen, die mit Millionenaufwand ihren Le-Mans-Einsatz vorbereitet haben und betreiben.

Siegerauto und Siegerehrung – der Triumph in Le Mans spielt in vielen Medien die dritte Geige. Audi muss mit einer Anzeigen-Kampagne den eigenen Sieg verkünden.
Beim wichtigsten – und wahrlich spektakulären – 24 Stundenrennen an der französischen Sarthe, traditionell eines der absoluten Highlights im internationalen Motorsport-Kalender, belegen die Rennautos mit den vier Ringen als Markenemblem, wenngleich vom Ausfall-Missgeschick des schnelleren Gegners Peugeot begünstigt, unangefochten die Plätze 1, 2 und 3. Rupert Stadler, der Vorstandsvorsitzende der Ingolstädter Auto-Schmiede, nennt das stolz „den wertvollsten und am härtesten erkämpften Sieg in der Unternehmensgeschichte“. Große Worte – und dann 30 Tageszeitungs-Zeilen, die da gedruckt worden sind.



