Mazda CX-7: Exquisiter Crossover im Sportler-Dress
2. November 2011 – 09:43 | Kein Kommentar

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Nummer zwei lebt – Reise zu den Inseln der Nostalgie

Geschrieben von am 21. Juni 2010 – 09:11
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Ein Kommentar
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Hinter dem Kürzel T2 verbirgt sich für viele ein Stück Wirtschaftswunder und Oldtimer-Duft. In Brasilien aber gibt es den alten VW-Bus noch – fabrikneu. 

VW Bus T2c – dass Arbeitstier und Camping-Mobil der 60/70er Jahre lebt in Brasilien weiter, in der schwarzen Frontverkleidung steckt der Wasserkühler.

Hakelschaltung, Schlabberlenkung und Blechtrommel-Effekt. Wenn ein Auto so zu beschreiben ist, darf sich der Anbieter kaum Hoffnung machen, die Karre heute erfolgreich zu verkaufen. Weit gefehlt, VW tut das trotzdem. In Brasilien bauen die südamerikanischen Ableger des niedersächsischen Automobil-Imperiums immer noch einen für viele reliquiengleichen Wagen, der manchen an das deutsche Wirtschaftswunder, andere an ihre hippieheile Jugend, Dritte vielleicht an die ersten zaghaften Versuche, mit eigener Band groß rauszukommen, erinnert. T2 heißt das wilde Gefährt, oder VW Bus, das im aufstrebenden Lateinamerika Menschen und noch mehr Material transportiert und gleichermaßen vielen der 21.000 Werker in den vier brasilianischen VW-Werken einen Arbeitsplatz sichert. 

Bully, das Wort toste einst wie Donnerhall durch Deutschland. Ob Klempner oder Camper – alle waren höchst zufrieden mit dem Multitalent, das in Freizeit und Job stets gute Dienste leistete. Die Technik war nahezu unverwüstlich, weil auf dem Grundprinzip VW-Käfer aufbauend. Heckantrieb mit Boxermotor und Luftkühlung, das waren die Zutaten des Erfolgsmodells der sechziger und siebziger Jahre. 

Der Charme der Schlichtheit – in diesem Cockpit kann man nichts suchen oder verwechseln, weil kaum etwas da ist.

Im Zuge der sanften Modernisierung hat VW dem T2c für Südamerika nun einen wassergekühlten Vierzylinder eingepflanzt. Der sieht ganz ungewohnt aus hinter der immer noch blechern zufallenden Motorklappe im Heck. Es fehlen die Heizbirnen, jene anfälligen Wärmetauscher eines luftgekühlten Motors, die bei niedrigen Temperaturen meist vergebens versuchten, ein wenig warme Luft auf den langen Weg nach vorne zu bringen. 

Eine Heizung gibt es trotz des neuen, wassergekühlten Motors nicht. In einem Land, in dem Menschen übers ganze Jahr Flip-Flop-Latschen tragen und T-Shirts wie kurze Hosen in manchen Branchen als Business-Kleidung angesehen werden, braucht man sie nicht. Zu den wenigen auffälligen Veränderungen im Vergleich zum T2 der siebziger Jahre zählt der schwarze Kunststoffgrill am Bug, der den Kühler aufnimmt. 

Der Brasilia Bus als Neuwagen – gibt es schon jemanden, der dieses Relikt zurück nach Deutschland importiert?

Sonst gleicht der Brasilia-T2 seinem Ahn aus Wolfsburg im Detail. Schmucklos und schwarz das Armaturenbrett, der Fahrersitz mit minimaler Einstellmöglichkeit und der Verzicht auf jede Fahrerunterstützung machen die Fahrt mit dem T2c (wie die korrekte Modellbezeichnung der aktualisierten Baureihe lautet) zu einer Reise in die Vergangenheit, zu den Inseln der Nostalgie, auf denen weder Spurhalteassistent noch Müdigkeitswarner den Puristen im wahren Glauben an das Automobil erschüttern können. 

Der brasilianische Nachkomme des T2 hat 80 PS, braucht um die acht Liter auf 100 Kilometer und kann sowohl Benzin als auch Äthanol zum Zweck der Fortbewegung verbrennen. Das ist Landessitte. Brasilien bestreitet mittlerweile mehr als 50 Prozent seines Treibstoffbedarfs für Personenwagen aus eigenen Ressourcen. Der nicht ganz unbestrittene, weil in riesigen Monokulturen betriebene Anbau von Zuckerrohr erlaubt dem Land eine weitgehend autarke Energieversorgung, nachhaltig ist das Zeug ohnehin. Der T2c ist billig, 15.000 Euro kostet der Wagen. Der vergleichbare Wettbewerber stammt aus Korea, ist deutlich moderner ausgelegt, aber doppelt so teuer.

Ein Kommentar »

  • Olga sagt:

    Das ist ja toll, den Bus gibt es wirklich als Neuwagen zu kaufen? Da plane ich doch meine nächste Reise nach Südamerika. Das muss man mit eigenen Augen gesehen haben.

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