Mercedes-Benz R-Klasse: noch ein bisschen dicker aufgetragen
Kein Kommentar
1.524 views
Die R-Klasse von Mercedes-Benz verkauft sich vor allem in Übersee. Grund genug, das hünenhafte Crossover-Konzept zu überarbeiten.

Ab jetzt noch nobler – die R-Klasse zeigt sich optisch gestrafft und mit sparsameren Motoren, leichter wurde sie nicht.
New York. Die Wahl des Ortes, an dem die Neuigkeiten verkündet werden sollten, war nicht schlecht gewählt. Mit bestem Blick auf Manhattan, im feinen Wohnort Hoboken auf der Westseite des Hudson, zeigt Mercedes-Benz Gesicht. Das der erneuerten R-Klasse, versteht sich. Die wird seit 2005 in den Vereinigten Staaten gebaut und befindet sich als Crossover-Konzept mit Anleihen aus Kombi-Gestalt und SUV-Allüren hier in seiner natürlichen Umgebung.
Dennoch hätten die Mercedes-Manager auch einen anderen Standort für die Präsentation des neuen Modells wählen können. Denn während der Verkauf im Rest der Welt eher schleppend läuft, zieht es immer mehr Chinesen in den Edel-Van. 100.000 R-Klasse-Wagen wurden seit Produktionsbeginn im Werk Tuscaloosa (wo auch die GL- und die M-Klasse entstehen) gebaut. Die Hälfte davon fand in Amerika und mit stark zunehmender Tendenz auch in China einen Käufer.

„Ein schöner Rücken kann auch entzücken“ – als der Volksmund so dichtete, gab es den großen Mercedes Crossover noch nicht.
Nicht zuletzt der Preis bringt die R-Klasse im Reich der Mitte auf Wachstumskurs. „Sie ist billiger als eine S-Klasse und hat dennoch eine prestigeträchtige Größe, das Fahrzeug wird sogar häufig als Chauffeur-Limousine eingesetzt“, sagt Markus Rubenbauer, Produktmanager der Serie. Wenngleich das maximale Ladevolumen der R-Klasse von 2.385 Litern vielleicht manch einem chinesischen Handelsmann als ebenfalls schlagkräftiges Kaufargument gelten kann.
Zwei Radstände und Karosserielängen sind im Angebot, 4,92 oder 5,16 Meter strecken sich R-Klasse-Modelle auf der Straße. Erneuert wurde vor allem die Frontpartie. Scheinwerfer, Stoßfänger, sogar die Kotflügel und Motorhauben haben eine frische Form bekommen. Der neue Kühlergrill betont die horizontalen Linien, die R-Klasse wirkt deutlich dynamischer und einer Limousine ähnlicher als bisher. Das war letztlich auch Sinn der Übung, gemeinsam mit S-Klasse und dem GL soll der Crossover-Van die Spitze der ebenso reise- wie repräsentationsfähigen Limousinen unter dem Stern markieren.
Drei Diesel und ebenso viele Benziner stehen zur Wahl. Vor allem den Basisselbstzünder (140 kW/190 PS, 50.932 Euro) haben die Ingenieure auf Konsumverzicht getrimmt, er verlangt maßvolle 7,6 Liter Treibstoff für 100 Kilometer, 0,4 Liter weniger als der Vorgänger. Erheblich an Kräften zugelegt hat der 350 CDI, er bringt es auf 195 kW (265 PS), was einer Mehrleistung von 41 PS entspricht, der Verbrauch ist dagegen um 0,8 Liter auf 8,5 Liter gesunken. Diese Version ist grundsätzlich mit dem Allradantrieb 4matic kombiniert und kostet 59.143 Euro. Auf gleichem Verbrauchsniveau rangiert die ebenfalls allradgetriebene BlueTech-Version der Selbstzünder in der R-Klasse, sie leistet 155 kW (211 PS) und genügt dank Abgasminimierung mittels Harnstoff-Einspritzung den strengsten amerikanischen Emissionsvorschriften. Für 60.809 Euro steht der ausschließlich mit langem Radstand angebotene Saubermann in der Preisliste.
Bei den Benzinern finden sich der R 300 mit einem 170 kW (231 PS) starken Dreiliter-V6 zu 50.099 Euro (11,1 Liter Sprit auf 100 Kilometer) und der 3,5-Liter-V6 mit 200 kW (272 PS) im R 350 4matic (11,6 Liter/100 Kilometer) für 55.930 Euro. Beide Modelle sind wahlweise mit kurzen oder mit langem Radstand zu haben. Das Spitzenmodell der Baureihe ist der 74.256 Euro teure R 500, dessen V8 285 kW (388 PS) aus 5,5 Liter Hubraum schöpft. Sein Verbrauch liegt bei 13,3 Liter Benzin für 100 Kilometer.

Die prestigeträchtige Größe macht das Fahrzeug in China sogar zur Chauffeur-Limousine – bei der Sechser-Bestuhlung klingt das glaubwürdig.
Grundsätzlich sind alle Versionen mit einer siebenstufigen Automatik und bis auf den R 500 mit einer Stahlfederung ausgestattet, bei den Varianten mit sieben statt fünf Sitzen gibt es eine Kombination von Stahlfederung vorne und Luftfederung hinten. Sonst steht der Komfortgewinn dank Luftpolstern im Fahrwerk mit 1.416 Euro in der Preisliste, wer zusätzlich auf ein adaptives Dämpfungssystem Wert legt, das sein Ansprechverhalten automatisch auf den Straßenzustand abstimmt, muss 2.023 Euro zahlen.
Neu ist das Assistenzsystem zur Überwachung des toten Winkels, dass den Fahrer vorm Spurwechsel warnt, wenn sich ein Fahrzeug neben ihm befindet. Außerdem haben alle Kopfstützen die vorbeugende Pro-Neck-Funktion zur Vermeidung eines Schleudertraumas bei einem Auffahrunfall.
Die erneuerte R-Klasse geht jetzt in den Vereinigten Staaten an den Start, ihre Auslieferung in Deutschland erfolgt kurze Zeit später in diesem Sommer.



