VW Jetta – für noch mehr Erfolg in der Neuen Welt
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VW legt den Jetta neu auf. Und denkt dabei zuerst an Amerika.

Weltpremiere des VW Jetta am Times Square in NY – Katy Perry durfte bei der Show sogar auf der Motorhaube tanzen.
Dass die Menschen von Generation zu Generation immer größer werden, belegt die Bio-Statistik. Und was dem Homo sapiens recht ist, mag für sein bislang noch liebstes Spielzeug gerade gut genug sein. Autos wachsen jedoch vor allem aus dem Grund, damit in den Einsteigerklassen mehr Raum für neue Modelle geschaffen wird. Ein jüngstes Beispiel hierfür gibt Volkswagen. In New York stellten die Wolfsburger jetzt die sechste Generation des Jetta vor. Der hat ordentlich zugelegt, ist unglaubliche neun Zentimeter gewachsen, sogar der Radstand hat um sieben Zentimeter zugelegt. Das verspricht viel Platz im Fond.
Mit seiner Gesamtlänge von 4,64 Metern kommt der neue Jetta – er geht im September in den Vereinigten Staaten, erst im Januar 2011 bei uns an den Start – nahe an die Maße eines Audi A4 heran. Den BMW 3er übertrifft er glatt um eine Handbreit. Dennoch wollen die VW-Strategen auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Gerade in Amerika stellen sie den Viertürer gegen Wettbewerber wie den Toyota Corolla oder den Honda Accord. Und verkaufen ihn zu einem Schnäppchenpreis von eben mal 16.000 Dollar, das sind etwa 13.000 Euro.

Der neue VW Jetta – in den USA ab September im Verkauf, in Europa startet der Viertürer erst im Januar 2011.
Die Formen lehnen sich deutlich an die der im Januar auf der Autoschau in Detroit gezeigten Studie New Small Coupé an. Wenngleich von small (klein) keine Rede sein kann. Der neue Jetta wirkt eigenständig und erwachsen, streift alle Gene des Golf von sich ab und teilt sich mit anderen Modellen der Marke lediglich das glattgestreichelte Gesicht. Stil- und kraftvoll wirkt die Silhouette, das Heck ist keineswegs hässlich, aber nicht so spannend wie die übrigen Formen geraten. Und der Einstieg gelingt auf allen Plätzen mühelos, vor allem die Kopf- und Beinfreiheit im Fond ist rekordverdächtig. Selbst der Kofferraum weist Gardemaß auf, mit einem Volumen von 510 Litern kratzt er am Stauvermögen der gehobenen Mittelklasse.
Der Innenraum mit sorgfältig zusammengestellter Materialauswahl und einer ganzen Reihe edler Optionen von den aktuellen Assistenzsystemen bis zur kompletten Lederausstattung soll dem Mittelklassekunden den Komfort aus höheren Automobil-Segmenten bieten. Die Verarbeitung macht zumindest auf den ersten Blick einen tadellosen Eindruck, es zeigt sich, dass die Versprechen der VW-Oberen ernst zu nehmen sind, ein VW habe stets dieselbe hohe Qualität, egal, wo auf dieser Welt er gebaut wird. Der neue Jetta rollt von diesem Sommer in der mexikanischen VW-Fabrik von den Bändern.
Für Amerika sind zwei Benziner mit 85 bis 147 kW (115 bis 200 PS) vorgesehen, außerdem soll eine Zweiliterdiesel (103 kW/140 PS) für die verbrauchsgünstige Sache des Selbstzünders werben. Die Verkaufserwartungen in der neuen Welt sind hoch gesteckt. Bislang schon ist dort jeder zweite verkaufte VW ein Jetta. Selbst im Auslauf brachte es die bisherige Generation noch auf mehr als 100.000 verkaufte Modelle innerhalb eines Jahres.

Gestreckte Erscheinung – der gewachsene Jetta lässt erahnen, dass der neue Passat wieder um eine halbe Nummer größer wird.
Bei uns ist beim Auftritt zum Jahreswechsel mit einem 1,2-Liter-TSI-Motor als Basis-Triebwerk zu rechnen, der es auf 77 kW (102 PS) bringt. Dank Start-Stop-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung soll diese Jetta Version mit 5,3 Liter Benzin für 100 Kilometer auskommen. Der kleine Diesel ist noch sparsamer, in der BlueMotion-Variante begnügt er sich mit 4,1 Liter Treibstoff für die 100-Kilometer-Distanz.
Wem das noch nicht reicht, der muss sich bis 2012 gedulden. Dann wird der Jetta als Hybrid-Version anrollen und vor allem in Amerika Autos wie Prius und Kollegen Paroli bieten. Eine rein elektrische Variante des neuen Mittelklasse-Volkswagens wird es vorerst jedoch nicht geben. Die üppigen Karosseriemaße und das damit verbundene höhere Gewicht verringern seine Voraussetzungen, ein guter Elektriker zu werden. Das Wachstum des Jetta wird zu keiner Kannibalisierung im eigenen Stamm führen. Der Passat hat bislang immer noch ein gutes Stück Platz mehr zu bieten. Außerdem wird er die nächste große Modellneuheit bei Volkswagen werden und dabei gewiss nicht schrumpfen.


