VW Amarok: die Perfektion des Pritschenwagens
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VW stößt mit dem Amarok in die Pick-Up-Klasse vor. Komfort und Fahrverhalten überzeugen.
Der Markt der Pick-Ups in Deutschland ist klein, aber deswegen nicht minder heiß umkämpft. Sechs Anbieter bedienen zurzeit das Segment, ihnen allen gemein ist die Hoffnung und die Zuversicht, der Absatz wird sich steigern lassen. Ford, Isuzu, Mazda, Mitsubishi, Nissan und Toyota bieten hier Pritschenwagen an. Bis auf wenige Ausnahmen sind diese alle von eher rustikalem Charakter, gut genug für die Männer der städtischen Betriebe oder den Landwirt. Und als Basis für Reisemobilisten wurde den Passagieren nur wenig Komfort geboten. Doch Änderung ist in Sicht: VW Nutzfahrzeuge startet nach dem frontgetriebenen Caddy und dem eher glücklosen, mit Toyota gemeinsam gebauten Allradler Taro den dritten Anlauf, um in dieser Klasse Fuß zu fassen. Im Herbst kommt der aus dem argentinischen VW-Werk stammende Pick-Up Amarok nach Deutschland.
Die Form der Fahrzeugklasse ist vorgegeben und lässt nur geringen Spielraum für spielerisches Design. Dennoch ist der Amarok eigenständig und ein echter VW geworden. Der solide Vorderwagen mit einem senkrechten Grill, der von zwei Lamellen durchquert und von den beiden breiten Scheinwerfern eingerahmt wird, weißt klare Markenzugehörigkeit aus. Die Fahrerkabine hat grundsätzlich fünf Sitzplätze, eine Single-Cab-Version soll erst später folgen.

So schön kann es in einem Pick-Up sein – städtische Bedienstete und Landschaftsgärtner dürfen sich auf den VW freuen.
Die Doppelkabine ist nicht nur formal gelungen, sie bietet überraschend viel Raum im Fond. Selbst drei Mitfahrer können dort nicht über Raumnot klagen, Knie oder gar die Köpfe stoßen nirgendwo an. Isofix-Verankerungen für Kindersitze sind vorgesehen, denn der Amarok will auch Familien-Auto sein. 5,25 Meter lang ist das neue VW-Nutzfahrzeug, sein Leergewicht von knapp zwei Tonnen erlaubt je nach Ausführung 850 bis 1.150 Kilogramm Zuladung. Als Anhängelast werden bis zu 2,8 Tonnen gestattet, auch diese wird von der Ausführung abhängig sein. Die Ladefläche bietet ebenfalls reichlich Platz für Transportgüter oder eben eine Wohnkabine. 2,52 Quadratmeter (1.555 mal 1.620 Millimeter) misst die Pritsche, die eine Ladehöhe von 525 Millimeter hat.
Zunächst sind drei Versionen geplant. Eine rein hinterradgetriebene Ausführung, die vornehmlich für den gewerblichen Bereich gedacht ist, eine Variante mit dem klassisch zuschaltbaren Allradantrieb, Differenzialsperren und Drehzahlreduzierung für den anspruchsvollen Geländeeinsatz und ein Amarok mit permanentem Allradantrieb, bei dem ein Torsen-Differenzial an der Hinterachse die Kräfte bedarfsgerecht verteilt. Der wird am ehesten auch von privater Hand gelenkt werden, zumindest, wie in dieser Klasse oft üblich, für Gewerbe und Freizeit gleichermaßen bereitstehen.

Wow, mit Überrollbügel ist der Pick-Up richtig sportlich – entwickeln Abt und Co. schon Sportfahrwerke?
Als Motoren stehen zwei sehr moderne Diesel zur Wahl, beide mit vier Zylindern, zwei Liter Hubraum und Aufladung über zwei Turbolader. Die leistungsschwächere Version liefert 90 kW (122 PS) und 340 Newtonmeter als Drehmomentspitze, die kräftigere bringt es auf 120 kW (163 PS) und 400 Nm als maximales Drehmoment. Kombiniert wird mit einem manuellen Sechsganggetriebe, später soll eine Automatik folgen, außerdem eine Variante mit einem Zweiliter-Turbobenziner (118 kW/160 PS). Servolenkung, ABS mit Bremsassistent und ESP sind in allen Amarok-Versionen Serienstandard. Der Verbrauch liegt bei rund sieben Liter Diesel für 100 Kilometer, unbeladen, versteht sich.
Der Innenraum des Pick-Ups lehnt sich in Gestaltung und Materialwahl eng an die Qualitäten des T5 an. Glatte Flächen und wertig wirkende Bedienungselemente zeugen deutlich von den VW-Genen. Und fahren lässt sich das Nutzfahrzeug durchaus angenehm. Der Federungskomfort ist gut, die Lenkung weitgehend präzise und die Leistungsentfaltung der Motoren sanft, aber nachhaltig. Bremsen und Schaltung erfüllen ebenfalls Personenwagens-Standard, gute Verarbeitungsqualität und die Liebe zum Detail nicht minder.

Guck mal – auf den VW-Pressefotos wird der Amarok zum Freizeit-Gefährt für so tapfere Kerle wie z.B. Kartfahrer.
Bei 30.844 Euro beginnt die Preisliste. Für das Topmodell, den Amarok in Highline-Ausstattung, sind immerhin 37.169 Euro fällig. Aber es ist eben ein Volkswagen, und der wird schon über die kräftige Händler-Präsenz in Deutschland gewiss bald seine Wettbewerber überflügeln. Wenngleich die Rechnung der Nutzfahrzeug-Tochter des Konzerns nicht auf Anhieb aufgehen wird. Zu Beginn dieses Jahres ist der ohnehin kleine Pick-Up-Markt noch mal um fast 20 Prozent eingebrochen.



