Ssangyong Korando – Mehr Hoffnung im zweiten Versuch
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Die koreanische SUV-Marke Ssangyong kommt auf den europäischen Markt zurück.
Ssangyong war nicht besonders erfolgreich bei uns. Die koreanische Marke hatte sich allein dem wachsenden Segment der SUVs verschrieben, mit schrulligen Formen wie der des 4,5 Meter langen Actyon oder des riesigen Rodius konnte man keine nennenswerten Absatzzahlen erreichen. Dabei half nicht, dass unter den Hauben der schweren Wagen Motoren von Mercedes-Benz eingebaut wurden. Bald war Schluss mit dem Verkauf, das Unternehmen war im Grunde insolvent. Jetzt keimt Hoffnung, der indische Hersteller Mahindra hat sich mit 70 Prozent an Ssangyong beteiligt, das frische Geld wird genutzt, um neue Produkte auf den Markt zu bringen.
Den Anfang macht jetzt der 4,41 Meter lange Korando, eine Neuentwicklung mit Front oder Allradantrieb, die von einem Zweiliter-Dieselmotor mit 129 kW (175 PS) angetrieben wird. Der Vierzylinder wurde vom österreichischen Motorenspezialisten AV List entwickelt (bei dem auch europäische Hersteller wie BMW Neuentwicklungen in Auftrag geben) und läuft in Korea von den Produktionsbändern. Als erster Ssangyong hat der Korando eine selbsttragende Karosserie statt eines Leiterrahmens mit Aufbau wie die bisherigen Fahrzeuge der Marke. Sein Design stammt von Giugiaro und vertuscht mit sehr runden Formen die üppigen Maße des viertürigen SUV.
Die Verarbeitung macht einen ordentlichen Eindruck, die Materialwahl erfüllt Mittelklasse-Ansprüche. Auch das Geräuschniveau des geschmeidig arbeitenden Diesel braucht den Vergleich mit Aggregaten des Wettbewerbs nicht zu scheuen, Durchzugsstärke und Laufruhe bestehen ihn ebenfalls mühelos. Eine variable Turbinengeometrie des Turboladers sorgt für hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen, schon bei 2000/min steht das Maximum von 360 Nm bereit. Die Kraft überträgt ein manuelles Sechsganggetriebe, im kommenden Jahr soll eine sechsstufige Automatik folgen. 6,4 Liter Diesel genehmigt sich der Korando 4×4 auf 100 Kilometer, die frontgetriebene Version kommt mit 6,1 Liter über die Standard-Distanz.
Fahrer und Beifahrer können sich nicht über Raummangel beklagen, gar fürstlich geht es im Fond zu. Die Beinfreiheit ist außergewöhnlich. Auch der Gepäckraum hat Gardemaß, 486 bis 1312 Liter kann der Korando einladen, das Umklappen der asymmetrisch geteilten Rückbank gelingt in einem Zug und bringt eine lange und völlig ebene Ladefläche. Die Zuladung liegt bei noch akzeptablen 514 Kilogramm, beide Versionen dürfen bis zu 2000 Kilogramm schwere Anhänger ziehen.
Drei Ausstattungslinien sind im Angebot. Bereits die Grundausstattung Crystal bietet Klimaanlage, CD-Radio, USB-Anschluss, eine elektrisch enteisende Windschutzscheibe sowie ein höhen- und längsverstellbares Lenkrad. Sie kostet mit Frontantrieb 22.990 Euro. Das nächsthöhere Niveau Quartz (24.490 Euro) kommt zusätzlich mit Lederlenkrad, Sitzheizung vorn, Gepäckraumabdeckung und Gepäcknetz daher, das Spitzenmodell Sapphire hat eine Lederausstattung, Klimaautomatik und Sitzheizung hinten zum Preis von 27.990 samt Allradantrieb.
Ssangyong plant weitere Modelle. Im kommenden Jahr folgen der neue Actyon Pick-Up und ein Benzinmotor mit 110 kW (150 PS), außerdem ist ein verbrauchsoptimierter Diesel mit ebenfalls zwei Liter Hubraum avisiert. Zwei weitere SUVs, ein im D- und eins im C-Segment, sollen das Angebot im weiteren Zeitlauf abrunden. In diesem Jahr will die Marke nach den Worten ihres deutschen Geschäftsführers Ulrich Mehling über das 45 Stützpunkte zählende Händlernetz rund 1000 Fahrzeuge verkaufen, im vollen Jahr 2012 sollen es dann schon 1500 Wagen werden. Einen kaufentscheidendenden Grund könnte Ssangyong mit der ausgedehnten Garantie liefern, der schon bei Kia und Hyundai die Geschäfte angekurbelt hat. Fünf Jahre oder 100.000 Kilometer Fahrleistung bietet der Hersteller an.


